Wenn Ihnen Cabernet Sauvignon schmeckt könnten Ihnen diese Rebsorten ebenso gefallen:
- Merlot
- Tannat
- Syrah/Shiraz
- Carménère
Malbec zählt zu den faszinierendsten Weinrebsorten der modernen Weinwelt. Was als klassische französische Sorte im Südwesten Frankreichs begann, erlebte auf der anderen Seite des Atlantiks eine spektakuläre Wiedergeburt. Heute ist Malbec untrennbar mit Argentinien verbunden, wo die Rebsorte ihren weltweiten Durchbruch feierte. Doch die Wurzeln liegen in der französischen Provinz Quercy, genauer gesagt in der Region um Cahors, wo die Sorte bereits im Mittelalter als "Schwarzer Wein" Berühmtheit erlangte.
Die Rebsorte ist eine natürliche Kreuzung aus Magdeleine Noire des Charentes und Prunelard. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung in Frankreich existierten zeitweise fast 400 verschiedene Synonyme. Die wichtigsten Namen sind Côt in der Loire und im Haut-Pays, Auxerrois in Cahors sowie Pressac oder Noir de Pressac in Bordeaux und Saint-Émilion. Der heute international gebräuchliche Name Malbec geht auf einen ungarischen Pflanzenzüchter namens Malbeck zurück, der die Sorte im 18. Jahrhundert großflächig im Bordelais verbreitete.
Herkunft und Genetik: Natürliche Kreuzung zwischen Magdeleine Noire des Charentes und Prunelard aus dem Südwesten Frankreichs (Quercy/Cahors). Die dicke Schale sorgt für intensive Farbtiefe und kräftige Tannine.
Bedeutende Anbauregionen: Mendoza (Argentinien), Cahors (Frankreich)
Weltweite Anbaufläche: Etwa 52.000 Hektar (Argentinien: ca. 40.000 ha, Frankreich: ca. 6.000 ha)
Bedeutende Erzeuger:
Ausbau und Reifung: Einstiegsweine 4-6 Monate, hochwertige Malbecs 12-24 Monate in französischen Barriques mit 30-100% neuer Eiche.
Alkoholgehalt: 13,5-15,5% vol. (argentinische Weine häufig >14%)
Worin ist Malbec enthalten? In Cahors-Cuvées (mind. 70% Malbec) mit Merlot/Tannat, in Bordeaux-Blends als Nebenkomponente, in Argentinien oft rebsortenrein oder mit Cabernet Sauvignon, Bonarda oder Syrah.
Malbec präsentiert sich mit einer charakteristischen tiefdunklen, fast schwarzen Farbe mit violetten Reflexen. Im Glas zeigt sich häufig ein magentafarbener Rand, der typisch für die Sorte ist. Das Aromenprofil wird von intensiven dunklen Früchten dominiert. Pflaume steht dabei meist im Vordergrund, begleitet von Brombeere, schwarzer Kirsche und Blaubeere.
Neben der Frucht entwickelt Malbec ein vielschichtiges Spektrum würziger und floraler Noten. Veilchen gehören zu den Leittönen, ergänzt durch schwarzen Pfeffer, Lakritz und Tabaknuancen. Bei Weinen mit Fassausbau treten tertiäre Aromen hinzu: Schokolade und Kakao, Vanille, Leder und Kaffee. Je nach Herkunft und Ausbau können auch Noten von Wacholder, Lorbeer und mineralische Akzente auftreten.
Am Gaumen zeigt sich Malbec als vollmundiger Rotwein mit kräftiger Struktur. Der Körper ist ausgeprägt, die Tannine können je nach Herkunft deutlich variieren. Französische Malbecs aus Cahors sind traditionell tanninbetonter und rustikaler, während argentinische Vertreter durch weichere, geschmeidigere Tannine auffallen. Der Alkoholgehalt liegt häufig über 14 Volumenprozent, besonders bei Weinen aus warmen Anbaugebieten.
Die Säurestruktur hängt stark von den Anbaubedingungen ab. In höheren Lagen bleibt die Säure besser erhalten und sorgt für Frische und Balance. Die Fruchtintensität ist ausgeprägt, wobei reife Pflaumennoten den Geschmack prägen. Im Abgang zeigen sich oft Schokoladen- und Gewürznoten. Hochwertige Malbecs verfügen über ein beachtliches Lagerpotenzial von 10 bis 20 Jahren oder länger, während einfachere Vertreter bereits jung zugänglich sind.
Die Erfolgsgeschichte des Malbec in Argentinien begann am 17. April 1853, als die landwirtschaftliche Schule Quinta Normal Agronómica de Mendoza ihre Pforten öffnete. Der Franzose Michel Pouget brachte im Auftrag von Domingo Faustino Sarmiento, dem späteren Präsidenten Argentiniens, Rebstecklinge aus Frankreich nach Südamerika. Darunter befanden sich auch Malbec-Reben, die in Mendoza ideale Bedingungen vorfanden. Dieses Datum wird heute weltweit als World Malbec Day gefeiert.
Mit über 40.000 Hektar Rebfläche ist Malbec heute die wichtigste Sorte Argentiniens und macht rund 38 Prozent der roten Rebsorten des Landes aus. Die Region Mendoza am Fuße der Anden bietet perfekte Voraussetzungen: ein trockenes, sonniges Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten sowie kiesige Schwemmlandböden mit ausgezeichneter Drainage. Die Höhenlagen spielen eine entscheidende Rolle für die Weinqualität. Während in niedrigeren Lagen eher fruchtbetonte, zugängliche Weine entstehen, produzieren Weinberge im Uco-Tal auf über 1.000 Metern Höhe elegante, strukturierte Spitzenweine mit intensiver Aromatik und lebendiger Säure.
Der argentinische Stil zeichnet sich durch opulente, fruchtbetonte Weine mit weichen Tanninen aus. Die vollständige Ausreifung der Trauben führt zu einer samtigen Textur, die Malbec aus Argentinien vom französischen Original deutlich unterscheidet. Viele Weine werden in französischen Barriques ausgebaut, was ihnen zusätzliche Komplexität und Schokoladen-Vanille-Noten verleiht. Neben Mendoza wird Malbec auch in Salta kultiviert, wo einige der höchstgelegenen Weinberge der Welt zu finden sind.
In Frankreich konzentriert sich der Malbec-Anbau heute auf etwa 6.000 Hektar, vor allem in seiner Ursprungsregion Cahors. Dort ist die Sorte unter dem Namen Côt oder Auxerrois bekannt und muss laut AOC-Vorschriften mindestens 70 Prozent der Cuvée ausmachen. Die traditionellen Cahors-Weine waren jahrhundertelang als "Schwarze Weine" berühmt: tiefdunkle, tanninreiche Gewächse, die erst nach langer Reifung ihre Feinheit offenbarten.
Die Weinberge in Cahors lassen sich in drei Terroir-Kategorien einteilen: die Vallée entlang des Flusses Lot mit schweren Tonböden, die Coteaux an den Hängen mit höherem Kalksteinanteil und das Kalkplateau mit den besten Lagen. Während die Weine aus der Vallée fruchtbetont und zugänglich ausfallen, entstehen auf dem Plateau strukturierte, mineralische Gewächse mit großem Alterungspotenzial. Als Verschnittpartner werden häufig Merlot für Geschmeidigkeit oder Tannat für zusätzliche Struktur eingesetzt.
Im Bordeaux spielte Malbec historisch eine bedeutende Rolle. Vor der Klassifikation von 1855 war die Sorte in vielen Châteaus mit 50 bis 80 Prozent vertreten. Der verheerende Frost von 1956 vernichtete große Teile der Bestände, woraufhin die meisten Winzer auf die widerstandsfähigeren Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon umstiegen. Heute liegt der Malbec-Anteil im Bordeaux unter zwei Prozent der Rebfläche. Einige Güter wie Domaine de Chevalier in Pessac-Léognan bewahren die Tradition mit rund fünf Prozent Malbec in ihren Weinbergen. In Saint-Émilion verwenden Châteaus wie Jean Faure, Coutet oder Rol Valentin noch kleine Anteile der Sorte, die dort unter dem Namen Pressac bekannt ist.
In jüngster Zeit erlebt Cahors eine Renaissance. Eine neue Generation von Winzern setzt auf biologischen und biodynamischen Anbau, moderne Kellertechnik und eine Reduzierung des Holzeinflusses, um frischere, zugänglichere Weine zu produzieren. Pioniere wie Pascal Verhaeghe von Château du Cèdre haben mit ihrer Vision von terroir-geprägten, burgundisch inspirierten Malbecs Maßstäbe gesetzt und der Region neuen Schwung verliehen.
In Argentinien zählt Bodega Catena Zapata zu den absoluten Spitzenerzeugern. Das Weingut bewirtschaftet über 200 Hektar in Höhenlagen bis zu 1.450 Metern und kultiviert seit über 120 Jahren Malbec. Die Weine wie der Catena Zapata Nicasia Vineyard oder der Catena Alta Malbec genießen internationales Renommee und gehören zu den besten Rotweinen Südamerikas. Weitere bedeutende Produzenten sind Achaval Ferrer mit ihrem Finca Altamira, Bodega Colomé in Salta mit Weinbergen auf über 3.000 Metern Höhe sowie Bodega Argento, die mit ihrem Programm "Matriz Viva" auf nachhaltige Bewirtschaftung setzen.
In Frankreich führt Château du Cèdre die moderne Bewegung in Cahors an. Die Brüder Pascal und Jean-Marc Verhaeghe produzieren elegante, bio-zertifizierte Weine, die zeigen, welches Potenzial in französischem Malbec steckt. Château de Gaudou unter der Leitung von Fabrice Durou hat mit seinem unkonventionellen Ansatz, Verzicht auf Holzfässer für frischere, früher trinkbare Weine, neue Wege beschritten. Château Lamartine, Clos de Gamot mit seinen historischen Wurzeln bis ins Jahr 1450 und Clos Troteligotte, das mit Amphoren-Ausbau experimentiert, gehören ebenfalls zu den führenden Adressen. Im Bordeaux pflegen Domaine de Chevalier und Château Rol Valentin die Malbec-Tradition.
Malbec erweist sich als idealer Begleiter zu gegrilltem rotem Fleisch. Die kräftigen Tannine und die intensive Frucht harmonieren perfekt mit Steaks, Barbecue und Wild. Die Enzyme im Fleisch mildern die Gerbstoffe und verstärken die Fruchtnoten des Weins. Argentinische Malbecs passen hervorragend zu argentinischem Rindfleisch, während die strafferen französischen Vertreter auch zu Lammgerichten oder Confit de Canard eine gute Figur machen.
Würzige Gerichte vertragen sich ebenfalls ausgezeichnet mit Malbec. Chili con Carne, mexikanische Küche mit ihren rauchigen Aromen oder indische Currys mit moderater Schärfe bilden gelungene Kombinationen. Die fruchtbetonte Süße argentinischer Malbecs gleicht Schärfe aus, während die würzigen Noten im Wein mit den Gewürzen korrespondieren. Kräftige Käsesorten wie Roquefort, Gorgonzola oder gereifter Manchego sind klassische Partner. Auch dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil kann mit tanninreichen Malbecs harmonieren.
Die optimale Serviertemperatur liegt zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Junge, fruchtbetonte Weine sollten eher bei 16 Grad serviert werden, während gereifte, komplexe Gewächse bei 18 Grad ihre volle Aromatik entfalten. Ein Dekantieren empfiehlt sich bei tanninreichen Cahors-Weinen sowie bei jungen, konzentrierten argentinischen Reserva-Weinen, um sie zugänglicher zu machen und ihre Aromen zu belüften.
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