Rote Weintrauben
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Syrah/Shiraz – nicht nur an der Rhône eine große Nummer

In seiner französischen Heimat entlang der Rhône wird die Rebsorte Syrah genannt. Dieselbe Traube bringt unter dem Namen Shiraz mittlerweile auch in Ländern wie Australien, Argentinien und Südafrika hervorragende Weine hervor. Charakteristisch für diese edle Rebsorte ist die tiefe, dunkle Farbe und der komplexe Geschmack, mit würzigen Pfeffernoten und intensiven dunklen Fruchtaromen.

Inhalte

Wissenswertes

Bedeutende Anbauregionen: Frankreich (Rhône, Languedoc-Roussillon, Provence), Australien (Barossa Valley, McLaren Vale, Hunter Valley, Clare Valley), Südafrika (Stellenbosch, Swartland), Chile, USA (Kalifornien, Washington State)

Berühmte Appellationen und Cuvées:

  • Châteauneuf-du-Pape (bis zu 13 erlaubte Rebsorten, Syrah als wichtige Komponente)
  • Côtes du Rhône und Côtes du Rhône Villages (oft mit Grenache verschnitten)
  • Hermitage und Côte-Rôtie (Reinsortig oder mit bis zu 20% Viognier)
  • GSM-Blends (Grenache-Syrah-Mourvèdre) aus Südfrankreich und Australien

Typische Verschnittpartner:

  • Grenache: Verleiht Fruchtigkeit und Wärme, klassisch in Châteauneuf-du-Pape und GSM-Cuvées
  • Mourvèdre: Bringt Struktur und Fleischigkeit, komplettiert die GSM-Trinity
  • Carignan: Traditionell im Languedoc, sorgt für Säure und Frische
  • Viognier: Weiße Rebsorte für mehr Aromakomplexität (max. 20% in Côte-Rôtie erlaubt)
  • Cabernet Sauvignon: Besonders in der Neuen Welt für zusätzliche Tanninstruktur

Weltweite Rebfläche: Über 180.000 Hektar (2016), womit Syrah den 6. Platz im weltweiten Rebsortenranking belegt

Bedeutende Erzeuger: E. Guigal, M. Chapoutier, Delas Frères (Frankreich); Penfolds, Ben Glaetzer, Yalumba (Australien); Bodegas Descendientes de J. Palacios (Spanien)

Lagerung im Holzfass: Meistens im Holzfass ausgebaut, in der Neuen Welt häufig in neuen amerikanischen oder französischen Eichenfässern

Alkoholgehalt: 13-15,5%, in warmen Regionen und Jahren teils auch noch höher

Wie schmeckt Syrah?

Das Geheimnis der charakteristischen Pfeffernoten liegt im Aromastoff Rotundon, einem bicyclischen Sesquiterpen, das auch in schwarzem und weißem Pfeffer vorkommt. Dieser verleiht dem Syrah seine unverwechselbare würzige Note.

Syrah-Weine zeigen ein faszinierendes Aromaspektrum: Dunkle Beeren wie Brombeere und schwarze Johannisbeere, Pflaumen, aber auch Veilchen, schwarze Oliven und kräuterige Noten von Rosmarin und Thymian. In der Jugend können auch fleischige Aromen auftreten, die tatsächlich ein wenig an Räucherspeck erinnern.

Die Weine besitzen eine tiefrote, teilweise fast schwarze Farbe mit violetten Reflexen in der Jugend, die sich mit der Reife zu einem dunklen Braunrot entwickeln kann. Die Tannine sind meist weich und samtig, was Syrah früher zugänglich macht als etwa Cabernet Sauvignon, ohne dessen Alterungspotential zu mindern.

Primäre Aromen

Brombeere
Brombeere
Blaubeeren
Blaubeeren
Schwarze Johannisbeere
Schwarze Johannisbeere
Pflaume
Pflaume

Sekundäre Aromen

Schwarzer Pfeffer
Schwarzer Pfeffer
Nelke
Nelke
Veilchen
Veilchen
Kräuter
Kräuter
Vanille
Vanille

Tannine:

Hoch

Säure:

Mittel

Körper:

Voll

Französischer Syrah-Stil

Im kühleren Klima der Rhône dominiert Eleganz und Finesse. Die Weine zeigen erdige, kräuterige Noten, ausgeprägte Mineraltät und klassische Pfefferwürze. Typisch sind auch Aromen von Waldboden, Leder, Teer und schwarzen Oliven. Der Alkoholgehalt ist moderater, meist um die 13%.

Bedeutende Appellationen und Lagen

Die nördliche Rhône gilt als Heimat der edelsten Syrahs:

  • Hermitage: Nur 131 Hektar groß, aber weltberühmt für langlebige, komplexe Weine
  • Côte-Rôtie: Steile Hänge mit Granit- und Schieferböden, oft mit bis zu 20% Viognier verschnitten
  • Cornas, Saint-Joseph, Crozes-Hermitage: Weitere Spitzenappellationen der nördlichen Rhône

In der südlichen Rhône ist Syrah wichtiger Verschnittpartner in Châteauneuf-du-Pape, Gigondas und anderen Appellationen.

Shiraz aus der Neuen Welt

In wärmeren Regionen wie Australien entstehen kraftvollere, opulentere Weine mit intensiver Frucht, höherem Alkoholgehalt (14-15,5%) und süßeren Tanninen. Typisch sind Noten von reifen Kirschen, Pflaumen, dunkler Schokolade und Vanille vom Ausbau im Holzfass.

Bedeutende Appellationen und Lagen

Australien

  • Barossa Valley: Heimat der ältesten Shiraz-Reben (bis zu 170 Jahre alt), kraftvolle, konzentrierte Weine
  • McLaren Vale: Mediterrane Bedingungen, elegante Weine mit Schokoladen- und Eukalyptusnoten
  • Hunter Valley: Minerale, oft langlebige Weine trotz warmen Klimas

Weine mit Kultstatus

Der Penfolds Grange (Shiraz mit einem sehr kleinen Teil Cabernet Sauvignon) gilt als Australiens bedeutendster Wein und als einer der teuersten der Welt. Der 1951er Jahrgang erzielte bei Auktionen über 50.000 AUD.

Doch es gibt noch einige weitere sehr bekannte Weine aus dieser Rebsorte:

Französische Ikonen:

  • E. Guigal "La La La"-Trilogie (Côte-Rôtie): La Landonne, La Mouline und La Turque gelten als die Heilige Dreifaltigkeit der nördlichen Rhône. Diese Einzellagen-Weine reifen 42 Monate in 100% neuen Eichenfässern und erreichen regelmäßig herausragende Bewertungen bei den Kritikern. La Mouline (mit bis zu 11% Viognier) besticht durch Eleganz, La Landonne durch kraftvolle Mineralität und La Turque durch perfekte Balance.
  • M. Chapoutier Le Pavillon (Hermitage): Aus der legendären Lage "Les Bessards" stammend, verkörpert dieser Wein die pure Essenz des Hermitage-Terroirs. Chapoutier praktiziert biodynamischen Anbau und erzeugt einen der langlebigsten Syrah-Weine der Welt (50+ Jahre Lagerpotential).
  • Jean-Louis Chave Hermitage (Cuvée Cathelin): Die seltene Prestige-Cuvée wird nur in außergewöhnlichen Jahren produziert und gilt als einer der sammelwürdigsten Weine Frankreichs.
  • Domaine de la Côte Châteauneuf-du-Pape: Obwohl Syrah hier nur Nebenrolle spielt, verleiht er den Cuvées entscheidende Würze und Struktur.

Australische Legenden:

  • Ben Glaetzer Amon Ra (Barossa Valley): Aus über 100 Jahre alten Reben, einer der konzentriertesten Shiraz-Weine der Welt
  • Torbreck RunRig (Barossa): Hommage an die Côte-Rôtie mit bis zu 150 Jahre alten Shiraz-Reben

Weitere internationale Ikonen:

  • Sine Qua Non (Kalifornien): Manfred Krankl's kunstvolle Syrah-Kreationen mit jährlich wechselnden Labels
  • Klein Constantia Estate (Südafrika): Historisches Weingut mit außergewöhnlichen Syrah-Weinen aus Constantia

Diese Weine erreichen Preise von 200-2.000 Euro pro Flasche und haben Syrah/Shiraz zu einer der prestigeträchtigsten Rebsorten der Welt gemacht.

Herkunft und Geschichte

Lange rankten sich Mythen um die Herkunft des Syrahs. Manche vermuteten ihre Wurzeln in der persischen Stadt Shiraz, andere in Syrakus auf Sizilien. DNA-Analysen von 1998 brachten jedoch Klarheit: Syrah entstand durch eine natürliche Kreuzung der beiden alten französischen Rebsorten Dureza und Mondeuse Blanche im Rhône-Tal. Damit ist die Rhône nicht nur Heimat, sondern auch Geburtsort dieser edlen Rebsorte.

Die Verwandtschaftsverhältnisse sind faszinierend: Pinot Noir ist höchstwahrscheinlich ein „genetischer Ahne“. Zudem ist Syrah mit anderen mitteleuropäischen Rebsorten wie Lagrein, Marzemino und Teroldego aus Südtirol verwandt.

Syrah zum Essen

Die Vielseitigkeit der Syrah macht sie zu einem idealen Speisebegleiter:

Zu französischem Syrah:

  • Wildgerichte (Reh, Hirsch, Wildschwein)
  • Geschmortes Lamm mit Kräutern der Provence
  • Blauschimmelkäse wie Roquefort
  • Gebratenes Gemüse, besonders Auberginen und Paprika

Zu kraftvollem Neue Welt Shiraz:

  • Gegrilltes dunkles Fleisch (Rind, Lamm)
  • Barbecue und deftige Grillgerichte
  • Würzige Curry-Gerichte
  • Rinderschmorbraten mit intensiven Saucen
  • Käse-Kombinationen: Hartkäse wie gereifter Cheddar, Parmesan oder Gruyère harmonieren hervorragend. Bei Weichkäse ist Vorsicht geboten – die Bitterstoffe können sich unvorteilhaft verstärken.

Besondere Empfehlungen:

  • Dunkle Schokolade (ab 60% Kakaoanteil) zu gereiftem Shiraz
  • Mediterrane Küche mit Oliven, Tomaten und Kräutern
  • Orientalische Gewürze (die Würznoten im Wein werden betont)

Servierempfehlungen

Syrah/Shiraz sollte bei 16-18°C serviert werden. Junge, tanninreiche Weine profitieren vom Dekantieren, um die Aromen zu öffnen und eventuelle Reduktionsnoten abzubauen. Hochwertige Weine können Jahrzehnte reifen und entwickeln dabei Noten von Leder, Tabak, Trüffel und Unterholz.

Der beste Syrah

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#1

Nördliche Rhône

Hermitage, Côte-Rôtie, Cornas, Crozes-Hermitage und Saint-Joseph
#2

Kalifornien

Central Coast
#3

Südafrika

Swartland und Stellenbosch
#4

Südliche Rhône

GSM-Cuvée in Châteauneuf-du-Pape
#5

Australien

Barossa Valley, McLaren Vale

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