Weißburgunder - Der elegante Allrounder unter den deutschen Weißweinen
Weißburgunder galt einst als bescheidene Burgundervarietät (Pinot Blanc). In den Händen einer neuen Winzergeneration hat er sich jedoch zu einem der vielseitigsten und gefragtesten Weißweine des Landes entwickelt. Von den kalkgeprägten Hängen Badens über die vulkanischen Böden der Pfalz bis hin zu den Schieferterrassen der Nahe, nirgendwo sonst auf der Welt findet Weißburgunder so unterschiedliche und zugleich ideale Ausdrucksformen wie in Deutschland.
Diese burgundische Sorte zeigt geschmacklich Parallelen sowohl zum Riesling als auch zum Chardonnay: Sie kann die mineralische Klarheit des Rieslings mit der volleren Textur des Chardonnays verbinden, entwickelt aber weniger dominante Holznoten. Die Rebsorte eignet sich für verschiedene Ausbauarten, vom frischen Edelstahlwein über im Holzfass ausgebaute Lagenweine bis hin zur edelsüßen Spätlese. Diese Vielseitigkeit hat Weißburgunder zu einer wichtigen Sorte in der modernen deutschen Weinlandschaft gemacht, die sowohl als unkomplizierter Alltagswein als auch als anspruchsvoller Spitzenwein funktioniert.
Inhalte
Wissenswertes
Bedeutende Anbaugebiete: Deutschland führt mit etwa 6.300 Hektar die weltweite Rangliste an, ein beachtlicher Teil der weltweiten Produktion stammt aus deutschen Weinbergen. Baden (1.660 ha), Rheinhessen (1.600 ha) und Pfalz (1.490 ha) bilden das Herzstück des deutschen Anbaus. International findet man ihn im französischen Elsass (Pinot Blanc), in Südtirol und der Lombardei (Pinot Bianco) sowie in Österreich.
Bedeutende Erzeuger: Van Volxem, Dr. Loosen, von Winning, Markus Molitor, Reichsrat von Buhl (Deutschland) uvm.
Primäre Aromen: Ananas, grüner Apfel, Aprikose, Birne, Pfirsich Quitte und Zitrusfrüchte
Sekundäre Aromen: Nüsse und Hefe
Farbe: Blassgelb bis hellgelb, teilweise mit grünlichen Reflexen
Alkoholgehalt: 12-13,5%
Serviertemperatur: 8-12°C
Lagerfähigkeit: Jung trinken
Lagerung im Holzfass: Für gewöhnlich nicht
Synonyme: Pinot Blanc (Frankreich), Pinot Bianco (Italien), Klevner (regional), Weißer Burgunder
Wie schmeckt Weißburgunder?
Weißburgunder präsentiert sich blass- bis hellgelb im Glas, mit einem zarten und verhaltenen Duft. Die helleren Varianten können grünliche Reflexe aufweisen.
Primäre Aromen: Birne, Pfirsich, Zitronen, grüner Apfel, ergänzt durch Anklänge von Aprikosen und Quitte. Auch Noten von Ananas und Melonen können zu finden sein,
Sekundäre Aromen: Typisch sind nussige Noten. Reife Weine entwickeln hefige Aromen von frischem Brot, oder Brioche. Florale Noten von Linden- und Akazienblüten.
Terroir-Ausprägungen: Je nach Bodenbeschaffenheit können mineralische Noten von nassen Kieselsteinen auftreten, die dem Wein zusätzliche Komplexität verleihen.
Primäre Aromen
Sekundäre Aromen
Tannine:
Säure:
Körper:
Ausbau und Stilvielfalt
Typischerweise wird Weißburgunder trocken ausgebaut und überzeugt mit mittlerem bis kräftigem Körper sowie feinrassiger Säure. Aufgrund seiner dezenten Art eignet er sich hervorragend für Cuvées mit anderen Burgundersorten.
Klassischer Stil: Im Edelstahltank ausgebaut, betont er seine frische, fruchtbetonte Seite - ideal als unkomplizierter Terrassenwein.
Premium-Varianten: Im Spät- und Auslesebereich kommen häufig Barriquefässer zum Einsatz, die dem Wein Tiefe und cremige Textur verleihen.
Besonderheiten: Edelsüße Weine und erfrischende Weißburgunder-Sekte sind in begrenzter Anzahl verfügbar. Besonders rar und kostbar ist Eiswein aus Weißburgunder mit Pfirsicharomen und rauchig-nussigen Noten.
Bedeutende Erzeuger
Deutschland: Dreissigacker, Karl Pfaffmann und Markus Schneider haben maßgeblich zum Aufstieg der lange unterschätzten Rebe beigetragen. Weitere renommierte Erzeuger sind Battenfeld-Spanier (Rheinhessen), van Volxem und Markus Molitor an Saar und Mosel, sowie Rudolf Fürst in Franken.
International: Cantina Terlan in Südtirol steht beispielhaft für italienische Pinot Bianco-Exzellenz. Im französischen Elsass brilliert die Rebsorte als Bestandteil des Schaumweins Crémant d'Alsace.
Weißburgunder zum Essen
Weißburgunder ist ein vielseitig verwendbarer Wein, der durch seine moderate Säure und elegante Struktur besticht.
- Fisch und Meeresfrüchte: Karpfen, Forelle und Flusskrebse harmonieren hervorragend mit dem säurebetonten Charakter
- Geflügel und helles Fleisch: Kalb-, Schweine- und Geflügelfleisch werden durch die nussigen Noten perfekt ergänzt
- Spargel: Der Klassiker schlechthin, Spargelgerichte aller Art
- Asiatische Küche: Die dezente Frucht harmoniert mit der Würze fernöstlicher Gerichte
- Vegetarische Küche: Pasta mit Gemüse oder knackige Salate werden durch die lebendige Säure belebt
- Käse: Schnittkäsesorten wie Edamer oder Tilsiter ergänzen die nussigen Noten
Barrique-Varianten: Extraktreichere Varianten passen auch zu Lamm oder zarten Gerichten vom Jungwild.
Lagerung und Servierempfehlungen
Lagerfähigkeit: Jung zu trinken, hochwertige Exemplare können 3-10 Jahre reifen
Optimale Trinktemperatur: 8-12°C, bei jungem Weißburgunder im Sommer auch etwas kühler
Tipp: Etwa 15 Minuten vor dem Trinken dekantieren oder die Flasche öffnen, so entfalten sich die Aromen optimal.
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