Weinregion Burgund
Die im Osten Frankreichs gelegene Weinregion Burgund gilt weithin als eine der angesehensten Weinregionen der Welt. Ihr Ruf, einige der besten Weine zu erzeugen, beruht auf einer jahrhundertealten Weinbautradition und einem außergewöhnlichen Terroir. Die Geschichte des Weinbaus in Burgund lässt sich bis in die Zeit der Römer zurückverfolgen, wobei die ersten Weinberge von den Zisterziensermönchen im 12. Jahrhundert systematisch kultiviert und erweitert wurden. Heute sind die Weine der Region weltweit für ihre Komplexität, Eleganz und Finesse bekannt.
Inhalte
Kurz und knapp, Wein aus dem Burgund im Überblick
Lage und Geographie: Im Osten Frankreichs gelegen, erstreckt sich über 230 Kilometer von Chablis im Norden bis kurz vor Lyon im Süden
Klima: Kontinentales Klima mit ozeanischen Einflüssen; warme Sommer, kalte Winter
Anbaugebiet: Knapp 28.000 Hektar Rebfläche in fünf Regionen: Chablis, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Côte Chalonnaise und Mâconnais
Hauptrebsorten:
- Rot: Pinot Noir
- Weiß: Chardonnay (dominierend), Aligoté
Weinarten: 60% Weißweine, 35% Rotweine, 5% Crémant de Bourgogne
Klassifikationssystem:
- Grand Cru (33 Lagen, höchste Stufe)
- Premier Cru (über 560 Einzellagen)
- Village-Weine (mit Ortsnamen)
- Régionale Weine (Bourgogne AOC)
Geschützte Herkunftsbezeichnung: AOC seit 1936
Weincharakter:
- Rotweine: Elegant, finessreich mit Aromen von roten Beeren und erdigen Noten
- Weißweine: Mineralisch, von frisch-zitronig (Chablis) bis cremig-nussig (Côte de Beaune)
Bodenbeschaffenheit: Kalk-Mergel-Böden; Kimmeridge-Kalk in Chablis, Jurakalk an der Côte d'Or
Geschichte: Weinbau seit der Römerzeit; Zisterzienser entwickelten das Terroir-Konzept
Berühmte Produzenten: Domaine de la Romanée-Conti, Louis Jadot, Joseph Drouhin, Domaine Leroy, Domaine Leflaive, Domaine Dujac, Domaine Faiveley
Besonderheit: Kleinparzellierte Einzellagen (Climats) mit einzigartiger Terroir-Philosophie; extreme Qualitäts- und Preisunterschiede
Geschichte der Weinregion Burgund
Die Geschichte des burgundischen Weins ist eine lange und faszinierende Geschichte. Die Anfänge des Weinbaus in der Region lassen sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen, als die Gallier erstmals in die Kunst der Weinherstellung eingeführt wurden.
Die Mönche spielten eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Weinregion Burgund. Sie brachten neue Weinbaupraktiken und Weinbereitungstechniken mit, die dazu beitrugen, die Qualität der burgundischen Weine zu verbessern.
Die Französische Revolution hatte tiefgreifende Auswirkungen auf den Weinbau im Burgund, da sie zur Enteignung und anschließenden Zersplitterung von großen Besitztümern, etwa der Kirche und des Adels, führte. Die Weinberge wurden unter vielen privaten Eigentümern aufgeteilt, was bis heute die feingliedrige Parzellierung der Region prägt.
Das heute bestehende Appellationssystem, welches die Weinberge nach Herkunft und Qualität klassifiziert, entstand jedoch erst im 20. Jahrhundert: Die ersten burgundischen Appellationen wurden in den 1930er Jahren eingeführt. Heute gibt es im Burgund 84 offizielle AOC-Appellationen, die jeweils individuelle Merkmale, Terroirs und Weinbereitungsmethoden aufweisen.
Geografie und Klima
Das Terroir des Burgunds ist der Schlüssel zu den außergewöhnlichen Weinen der Region. Die einzigartige Kombination aus Geologie, Topografie und Klima schafft ideale Bedingungen für den Anbau von Pinot Noir und Chardonnay, den Hauptrebsorten im Weinbaugebiet.
Die Gesamtrebfläche im Burgund beträgt knapp 28.000 Hektar (ha). Diese Fläche verteilt sich auf verschiedene Unterregionen und Appellationen wie folgt:
- Chablis und Grand Auxerrois: ca. 7.000 ha Rebfläche
- Côte de Nuits und Côte de Beaune (zusammen als Côte d'Or bekannt): ca. 9.700 ha
- Côte Chalonnaise: ca. 4.400 ha
- Mâconnais: ca. 6.900 ha
- Beaujolais (wird oft zum erweiterten Burgund gezählt): ca. 15.000 ha
Geografische Lage
Das Burgund erstreckt sich über eine schmale Zone von etwa 230 km Länge, die von Auxerre im Norden bis nach Mâcon im Süden reicht. Die Weinberge liegen hauptsächlich an den östlichen Hängen der Côte d'Or, einem Kalksteinrücken, der sich von Dijon bis Santenay erstreckt.
Die Weinberge des Burgunds befinden sich auf Höhen zwischen 200 und 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die besten Lagen liegen oft auf den mittleren Hängen (mi-côtes), wo die Reben optimale Sonneneinstrahlung und Drainage erhalten.
Boden
Die Böden des Burgunds sind äußerst vielfältig und komplex. Sie bestehen hauptsächlich aus Kalkstein und Mergel, die sich vor Millionen von Jahren aus Meeresablagerungen gebildet haben. Diese Böden sorgen für eine gute Drainage und verleihen den Weinen ihre charakteristische Mineralität.
- Côte de Nuits: Vorwiegend Kalkstein mit einer dünnen Lehmschicht
- Côte de Beaune: Mischung aus Kalkstein, Mergel und Ton
- Chablis: Berühmter Kimmeridge-Kalkstein, reich an Fossilien
Klimatische Bedingungen
Das Burgund hat ein gemäßigtes Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Dieses Klima stellt die Winzer vor Herausforderungen, trägt aber auch zur Komplexität und Finesse der Weine bei.
- Temperaturen: Durchschnittliche Jahrestemperatur von etwa 11°C
- Niederschlag: Jährlich etwa 700-800 mm, mit Risiko von Frühjahrs- und Herbstfrösten
- Sonnenstunden: Durchschnittlich 1.800 Stunden pro Jahr
Aufgrund der komplexen Topografie gibt es im Burgund zahlreiche Mikroklimata. Selbst benachbarte Parzellen können deutlich unterschiedliche klimatische Bedingungen aufweisen, was zu der großen Vielfalt der Burgunder Weine beiträgt.
Einfluss auf die Weinqualität
Die geologischen und klimatischen Bedingungen des Burgunds beeinflussen maßgeblich den Charakter der Weine:
- Der Kalksteinboden verleiht den Weinen ihre charakteristische Mineralität und Struktur
- Das kühle Klima sorgt für eine langsame Reifung der Trauben, was zu komplexen Aromen und einer ausgewogenen Säure führt
- Die vielfältigen Mikroklimata ermöglichen die Produktion einer breiten Palette von Weinstilen, selbst innerhalb einer einzelnen Appellation
Die einzigartige Kombination dieser Faktoren macht das Burgund zu einer der renommiertesten Weinbauregionen der Welt, in der Terroir und Tradition Hand in Hand gehen, um außergewöhnliche Weine zu erzeugen.
Appellationen des Burgunds
Das Appellationssystem des Burgunds ist eines der komplexesten und renommiertesten der Welt. Es klassifiziert die Weine basierend auf ihrer geografischen Herkunft und Qualität. Dieses System spiegelt die burgundische Philosophie wider, dass der Ort (das "Terroir") den Charakter und die Qualität des Weins bestimmt.
Hierarchie der Appellationen
Das burgundische Appellationssystem besteht aus vier Hauptebenen, die eine Pyramide der Qualität und Spezifität bilden:
- Regionale Appellationen (51% der Produktion)
- Kommunale Appellationen (36% der Produktion)
- Premier Cru (11% der Produktion)
- Grand Cru (1,5% der Produktion)
- Regionale Appellationen
Diese Weine können aus Trauben aus der gesamten Region oder bestimmten Unterregionen hergestellt werden. Sie tragen oft den Namen "Bourgogne" gefolgt von einer spezifischeren Bezeichnung.
Beispiele:
- Bourgogne
- Bourgogne Hautes Côtes de Nuits
- Mâcon
- Coteaux Bourguignons
- Kommunale Appellationen
Diese Weine stammen aus bestimmten Dörfern oder Gemeinden und tragen deren Namen. Sie repräsentieren oft den typischen Stil ihrer Herkunftsregion.
Wichtige kommunale Appellationen:
- Chablis
- Gevrey-Chambertin
- Vosne-Romanée
- Pommard
- Meursault
- Puligny-Montrachet
- Premier Cru
Dies sind hochwertige Weine aus spezifischen, anerkannten Weinbergslagen innerhalb einer kommunalen Appellation. Sie tragen den Namen des Dorfes gefolgt von dem Namen des Weinbergs.
Beispiele:
- Chablis Premier Cru "Montée de Tonnerre"
- Volnay Premier Cru "Clos des Chênes"
- Meursault Premier Cru "Les Perrières"
- Grand Cru
Die höchste Qualitätsstufe, die nur etwa 1% der gesamten Produktion des Burgunds ausmacht. Diese Weine stammen aus den besten Lagen und tragen nur den Namen des Weinbergs.
Berühmte Grand Crus:
- Chambertin
- Romanée-Conti
- Montrachet
- Corton
- Clos de Vougeot
Besonderheiten einiger Appellationen
Chablis
Chablis ist eine eigenständige Region im Norden des Burgunds, bekannt für ihre mineralischen Weißweine aus Chardonnay. Die Appellation umfasst:
- Petit Chablis
- Chablis
- Chablis Premier Cru
- Chablis Grand Cru (7 offizielle Lagen)
Côte de Nuits
Berühmt für ihre Rotweine aus Pinot Noir. Wichtige Appellationen sind:
- Gevrey-Chambertin (9 Grand Crus)
- Vosne-Romanée (6 Grand Crus, inkl. Romanée-Conti)
- Nuits-Saint-Georges
Côte de Beaune
Bekannt für Weißweine aus Chardonnay und Rotweine aus Pinot Noir. Bedeutende Appellationen:
- Aloxe-Corton (Grand Cru für Rot- und Weißweine)
- Meursault
- Puligny-Montrachet und Chassagne-Montrachet (teilen sich den Grand Cru Montrachet)
Côte Chalonnaise und Mâconnais
Diese südlicheren Regionen bieten oft gute Werte:
- Mercurey (Côte Chalonnaise)
- Pouilly-Fuissé (Mâconnais, seit 2020 mit Premier Cru-Lagen)
Das komplexe Appellationssystem des Burgunds mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, ist aber der Schlüssel zum Verständnis der Vielfalt und Qualität der Weine dieser Region. Es ermöglicht es Weinliebhabern, die Besonderheiten jeder Lage zu schätzen und die subtilen Unterschiede zwischen den verschiedenen Terroirs zu entdecken.
Besonderheit Beaujolais
Das Beaujolais ist zwar administrativ Teil des Burgunds, aber weintechnisch als eigenständige Region zu betrachten, mit völlig eigenständigem Charakter. Es erstreckt sich südlich der Côte Chalonnaise bis vor die Tore Lyons. Anders in der klassischen Weinregion Burgund dominiert hier nicht der Pinot Noir, sondern die Gamay-Traube, die auf den granitreichen Böden ihre ganze Fruchtigkeit entfaltet. Die Region, bekannt für den jung zu trinkenden Beaujolais Nouveau, produziert aber vor allem in ihren zehn Crus, von Moulin-à-Vent bis Saint-Amour, deutlich anspruchsvollere Weine, die das wahre Potenzial dieser oft unterschätzten Weinregion zeigen. Mit rund 15.000 Hektar Rebfläche und einer jährlichen Produktion von etwa 850.000 Hektolitern ist das Beaujolais zwar der kleinere Teil des Burgunds, aber keineswegs unbedeutend für die französische Weinwirtschaft.
Rebsorten und Weinstile
Die am häufigsten angebauten Rebsorten der Region und ihr Anteil an der gesamten Rebfläche in %.
Das Burgund ist bekannt für seine fokussierte Konzentration auf zwei Hauptrebsorten: Pinot Noir (in Deutschland unter dem Namen "Spätburgunder" bekannt) für Rotwein und Chardonnay für Weißwein. Diese beiden Rebsorten machen den Großteil der Weinproduktion in der Region aus und sind perfekt an das kühle Klima und die kalkhaltigen Böden angepasst. Pinot Noir, bekannt für seine Eleganz und Finesse, dominiert in der Côte de Nuits und Teilen der Côte de Beaune. Chardonnay hingegen ist die Königin der weißen Rebsorten und gedeiht besonders gut in Chablis, der Côte de Beaune und im Mâconnais. Neben diesen Hauptdarstellern gibt es auch einige weniger verbreitete Rebsorten: Aligoté, eine weiße Rebsorte, die für frische, leichte Weine verwendet wird; Gamay, hauptsächlich in der südlichen Region Beaujolais angebaut; und in geringerem Maße Sauvignon Blanc in Saint-Bris. Trotz dieser Vielfalt bleiben Pinot Noir und Chardonnay die unbestrittenen Stars des Burgunds und prägen den weltweiten Ruf der Region für außergewöhnliche Weine.
Weinherstellung
Die Weinherstellung im Burgund ist tief in Tradition verwurzelt, kombiniert jedoch auch moderne Techniken, um die Qualität der Weine zu optimieren. Bei Rotweinen beginnt der Prozess oft mit einer Kaltmazeration, bei der die Trauben vor der Gärung gekühlt werden, um sanft Farbe und Aromen zu extrahieren. Die Gärung erfolgt typischerweise in offenen Holzbottichen oder Edelstahltanks, wobei einige Winzer auf wilde Hefen setzen, um die Terroir-Charakteristik zu bewahren. Der Ausbau erfolgt meist in französischen Eichenfässern, wobei der Anteil an neuem Holz sorgfältig abgewogen wird, um die Fruchtaromen nicht zu überdecken. Bei Weißweinen ist die schonende Pressung der Trauben entscheidend. Die Gärung findet oft direkt in Eichenfässern statt, gefolgt von einer Reifung auf der Feinhefe (sur lie), was Komplexität und Textur verleiht. Viele Winzer praktizieren eine malolaktische Gärung, um die Säure zu mildern und dem Wein mehr Fülle zu geben. Ein Schlüsselmerkmal der burgundischen Weinbereitung ist die Betonung des Terroirs: Die Winzer streben danach, die einzigartigen Eigenschaften jeder Parzelle im fertigen Wein zum Ausdruck zu bringen, oft durch minimale Intervention im Keller. Diese Philosophie der Terroir-Treue, gepaart mit handwerklichem Können, resultiert in den charaktervollen und vielfältigen Weinen, für die das Burgund berühmt ist.
Merkmale der Rotweine aus dem Burgund
Rotweine aus dem Burgund sind bekannt für ihre Komplexität, Eleganz und gute Lagerfähigkeit. Pinot Noir ist die wichtigste Rebsorte für Burgunder Rotweine, und das Terroir der Region spielt eine wichtige Rolle für den Charakter des Weins. Die kalk- und tonhaltigen Böden des Burgunds verleihen den Weinen eine ausgeprägte Mineralität, während das kühle Klima bisher immer zu Weinen mit hohem Säuregehalt und geringem Alkoholgehalt führte. Durch den Klimawandel wurden aber in den letzten Jahren vermehrt auch deutlich höhere Alkoholgehalte gemessen.
Die besten Burgunder Rotweine zum Probieren
Es gibt mehrere Burgunder-Rotweine, die Sie bei Interesse an der Region probieren sollten, jeder mit seinem eigenen einzigartigen Charakter und Geschmacksprofil. Zu den bekanntesten gehören:
Gevrey-Chambertin: Gevrey-Chambertin ist für seinen kräftigen, vollmundigen Geschmack und seine dunklen Fruchtnoten bekannt und gehört zu den berühmtesten Appellationen des Burgunds.
Chambolle-Musigny: Diese Appellation bringt elegante, delikate Weine mit blumigen Aromen und Noten von roten Früchten hervor.
Pommard: Die Pommard-Weine sind reichhaltig und vollmundig, mit Aromen von schwarzen Früchten, Erde und Gewürzen.
Volnay: Volnay-Weine sind bekannt für ihre seidige Textur, blumige Aromen und Geschmacksnoten von roten Früchten und Gewürzen.
Vosne-Romanée: In Vosne-Romanée befinden sich einige der renommiertesten Weinberge des Burgunds, die Weine mit einem kräftigen, komplexen Charakter und Noten von schwarzen Früchten, Gewürzen und Erde hervorbringen.
Merkmale der Weißweine aus dem Burgund
Die Weißweine aus dem Burgund werden hauptsächlich aus zwei Rebsorten hergestellt: Chardonnay und Aligoté. Chardonnay ist die am häufigsten angebaute Rebsorte in Burgund und wird für die Herstellung einiger der renommiertesten Weine der Region verwendet, darunter die Weine aus den Appellationen Chablis, Meursault und Puligny-Montrachet. Aligoté ist eine weniger bekannte Rebsorte, aus der preiswertere, knackige und erfrischende Weine hergestellt werden.
Weißweine aus dem Burgund sind für ihre Komplexität und Eleganz bekannt, mit Aromen, die von knackig und zitrusartig bis hin zu reichhaltig und buttrig reichen. Die Weine haben oft eine ausgeprägte Mineralität mit Noten von Kreide, Feuerstein und nassen Steinen. Weitere häufige Aromen sind die von Apfel, Birne, Zitrone und weißem Pfirsich sowie subtile Eichen- und Vanillenoten, die durch den Ausbau im Holzfass entstehen. Die Weine weisen in der Regel einen hohen Säuregehalt auf, was ihnen einen erfrischenden und knackigen Abgang verleiht.
Die besten Burgunder Weißweine zum Probieren
Chablis Grand Cru: Chablis ist eine der berühmtesten Appellationen des Burgunds, und seine Grand-Cru-Weine werden weithin geschätzt. Die Grand-Cru-Weine von Chablis werden aus Chardonnay-Trauben hergestellt, die auf den berühmten Kimmeridgian-Kalkböden der Region angebaut werden, welche den Weinen eine besondere Mineralität und Komplexität verleihen. Die Grand-Cru-Weine von Chablis sind bekannt für ihre knackige Säure, die Aromen von Zitrusfrüchten und grünen Äpfeln und den langen, mineralischen Abgang.
Meursault: Meursault ist ein Dorf in der Unterregion Côte de Beaune in Burgund, das für die Herstellung einiger der körperreichsten und komplexesten Weißweine der Region bekannt ist. Die Meursault-Weine werden aus Chardonnay-Trauben hergestellt, die auf den Kalk- und Lehmböden der Region angebaut werden, die den Weinen eine reiche, buttrige Textur und komplexe Aromen von gerösteten Nüssen, Honig und reifen Früchten verleihen. Die Meursault-Weine sind auch für ihre gute Lagerfähigkeit bekannt, wobei einige der besten Jahrgänge Jahrzehnte überdauern.
Puligny-Montrachet: Puligny-Montrachet ist ein Dorf in der Unterregion Côte de Beaune in Burgund, welches für die Herstellung einiger der elegantesten und raffiniertesten Weißweine der Region bekannt ist. Die Weine von Puligny-Montrachet werden aus Chardonnay-Trauben gekeltert, die auf den kalkhaltigen Böden der Region angebaut werden, die den Weinen eine ausgeprägte Mineralität und knackige Säure verleihen. Die Weine von Puligny-Montrachet sind bekannt für ihre feinen Aromen von weißen Blumen, Zitrusfrüchten und Steinobst sowie für die subtilen Eichen- und Vanillenoten, die durch den Fassausbau entstehen.
Corton-Charlemagne: Corton-Charlemagne ist eine Grand-Cru-Appellation in der Unterregion Côte de Beaune, die für die Erzeugung einiger der kraftvollsten und komplexesten Weißweine der Region bekannt ist. Die Weine von Corton-Charlemagne werden aus Chardonnay-Trauben hergestellt, die auf den Kalk- und Lehmböden der Region angebaut werden. Diese verleihen den Weinen eine reiche, vollmundige Textur und komplexe Aromen von reifen Früchten, Honig und gerösteten Nüssen. Die Weine aus der Corton-Charlemagne zeichnen sich außerdem durch eine ausgeprägte Mineralität und einen langen, anhaltenden Abgang aus.
Crémant de Bourgogne
Der Crémant de Bourgogne ist der hochwertige Schaumwein des Burgunds, der nach der traditionellen Methode hergestellt wird, ähnlich wie Champagner. Diese elegante Appellation wurde 1975 offiziell anerkannt und hat sich seitdem zu einem bedeutenden Teil der burgundischen Weinproduktion entwickelt. Crémant de Bourgogne kann aus verschiedenen Rebsorten hergestellt werden, wobei Pinot Noir und Chardonnay dominieren, aber auch Aligoté, Gamay (für Rosé), und in sehr geringerem Maße Pinot Blanc, Pinot Gris und Sacy verwendet werden. Die Trauben werden oft früher geerntet als für Stillweine, um eine höhere Säure und niedrigere Zuckergehalte zu erzielen. Nach der ersten Gärung erfolgt die Flaschengärung, bei der der Wein mindestens neun Monate auf der Hefe ruhen muss, was ihm Komplexität und feine Perlage verleiht. Crémant de Bourgogne zeichnet sich durch seine Frische, Finesse und subtilen Aromen aus, die von Zitrusfrüchten und weißen Blüten bis hin zu Brioche und Mandeln reichen können. Er bietet oft ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu Champagner und wird sowohl als Aperitif als auch als vielseitiger Begleiter zu verschiedenen Gerichten geschätzt. Mit seiner wachsenden Popularität hat sich der Crémant de Bourgogne als wichtiger Botschafter für die Vielfalt und Qualität der Weine des Burgunds etabliert.
Bekannte Winzer, bzw. große Weine aus dem Burgund
Domaine de la Romanée-Conti: Die Domaine de la Romanée-Conti ist wohl der berühmteste und renommierteste Weinerzeuger im Burgund. Dieses Weingut produziert einige der teuersten und begehrtesten Weine der Welt, darunter den legendären Romanée-Conti Grand Cru. Das Weingut ist seit Generationen im Besitz derselben Familie und hat den Ruf, Weine von außergewöhnlicher Qualität und Eleganz zu erzeugen.
Maison Louis Jadot: Das 1859 gegründete Maison Louis Jadot ist einer der bekanntesten Weinproduzenten im Burgund. Das Weingut besitzt Weinberge in der gesamten Region und produziert eine breite Palette von Weinen, von Dorfweinen bis hin zu Grand Crus. Die Weine von Maison Louis Jadot sind bekannt für ihre Ausgewogenheit, ihre Komplexität und ihre gute Lagerfähigkeit.
Maison Joseph Drouhin: Die 1880 gegründete Maison Joseph Drouhin zählt zu den traditionsreichsten Weinhäusern des Burgunds und befindet sich noch heute im Familienbesitz. Das Unternehmen besitzt erstklassige Weinberge sowohl in der Côte de Nuits als auch in der Côte de Beaune und produziert sowohl hervorragende Rot- als auch Weißweine. Joseph Drouhin ist besonders bekannt für elegante, terroir-geprägte Weine, die das klassische burgundische Profil verkörpern.
Domaine Leroy: Unter der Leitung von Lalou Bize-Leroy gilt die Domaine Leroy als eine der kompromisslosesten Produzentinnen des Burgunds. Die Domaine praktiziert strikt biodynamischen Weinbau und erzielt extrem niedrige Erträge, was zu Weinen von außergewöhnlicher Konzentration und Intensität führt. Die Weine von Domaine Leroy gehören zu den teuersten und begehrtesten des Burgunds und sind für ihre unglaubliche Langlebigkeit und Komplexität berühmt.
Domaine Faiveley: Die Domaine Faiveley ist einer der größten und angesehensten Weinerzeuger des Burgunds mit Weinbergen von über 120 Hektar. Das Weingut produziert eine breite Palette von Weinen, die von erschwinglichen Dorfweinen bis hin zu seltenen und sehr begehrten Grand Crus reicht. Die Weine der Domaine Faiveley sind für ihre Kraft, Intensität und geschmackliche Tiefe bekannt.
Domaine Dujac: Domaine Dujac ist ein kleiner, in Familienbesitz befindlicher Weinproduzent, der sich den Ruf erworben hat, einige der außergewöhnlichsten Weine des Burgunds zu erzeugen. Das Weingut besitzt Weinberge in einigen der renommiertesten Appellationen des Burgunds, darunter Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny. Die Weine der Domaine Dujac sind für ihre Finesse, Eleganz und Komplexität bekannt.
Domaine Leflaive: Die Domaine Leflaive ist einer der angesehensten Weißweinerzeuger des Burgunds, der sich auf die Herstellung hochwertiger Chardonnay-Weine konzentriert. Das Weingut besitzt Weinberge in einigen der renommiertesten Appellationen der Region, darunter Puligny-Montrachet und Meursault. Die Weine der Domaine Leflaive sind für ihre Reinheit, Eleganz und Mineralität bekannt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Burgund die Heimat einiger der renommiertesten Weinerzeuger der Welt ist, von denen jeder seinen ganz eigenen Stil und Ansatz bei der Weinherstellung hat. Ob Sie nun ein erfahrener Weinkenner oder ein neugieriger Anfänger sind, die Entdeckung der Weine des Burgunds ist eine Reise, die Sie begeistern und inspirieren wird.
Kulinarische Traditionen und Speiseempfehlungen
Die im Herzen Frankreichs gelegene Weinregion ist nicht nur für ihre außergewöhnlichen Weine, sondern auch für ihre vielfältigen und köstlichen kulinarischen Traditionen bekannt. Im Folgenden finden Sie einige kulinarische Empfehlungen für die Begleitung von Burgunderweinen:
Coq au Vin: Bei diesem klassischen französischen Gericht wird Hühnchen langsam in einer reichhaltigen, samtigen Sauce aus rotem Burgunderwein, Speck, Pilzen und Perlzwiebeln gegart. Die erdigen und fruchtigen Aromen des Gerichts werden durch einen mittelkräftigen roten Burgunder, z. B. einen Pinot Noir von der Côte de Beaune oder Côte de Nuits, wunderbar ergänzt.
Boeuf Bourguignon: Ein weiteres kultiges burgundisches Gericht, Boeuf Bourguignon, besteht aus zarten Rindfleischstücken, die in einer kräftigen Rotweinsauce mit Karotten, Zwiebeln und Pilzen geschmort werden. Die kräftigen Aromen des Gerichts passen gut zu einem vollmundigen roten Burgunder, wie einem Gevrey-Chambertin oder einem Pommard.
Epoisses: Dieser würzige, cremige Kuhmilchkäse stammt aus dem Dorf Epoisses in Burgund. Zu seinen kräftigen, komplexen Aromen passt ein reicher, fruchtbetonter weißer Burgunder wie ein Meursault oder Puligny-Montrachet, der dem intensiven Geschmack des Käses standhält.
Escargots (Schnecken) à la Bourguignonne: Escargots à la Bourguignonne sind eine typisch burgundische Vorspeise, bei der die Schnecken in einer würzigen Mischung aus Knoblauch, Petersilie und Butter gekocht werden. Zu diesem Gericht passt am besten ein knackiger, erfrischender Chablis, dessen hohe Säure und mineralische Noten die Reichhaltigkeit der buttrigen Sauce durchbrechen.
Gougères: Diese leichten, luftigen Käsefladen aus Gruyère- oder Comté-Käse sind eine beliebte Vorspeise im Burgund. Sie passen gut zu einer Vielzahl von weißen Burgunderweinen, von einem reinen Chardonnay aus dem Mâconnais bis zu einem opulenteren und komplexeren Wein aus der Côte de Beaune.
Jambon Persillé: Die Jambon Persillé, eine traditionelle burgundische Terrine, besteht aus mariniertem, gekochtem Schinken in einer mit Petersilie bestreuten Aspik. Die herzhaften, krautigen Aromen des Gerichts lassen sich am besten mit einem leichten roten Burgunder wie einem Mercurey oder Givry genießen, der einen fruchtigen, säurebetonten Kontrast zu der reichhaltigen Terrine bildet.
Pochouse: Dieser schmackhafte Fischeintopf mit verschiedenen Süßwasserfischen, Weißwein und einer Mischung aus Gemüse ist eine burgundische Spezialität. Pochouse passt gut zu einem mineralischen, eleganten weißen Burgunder, wie einem Chardonnay von der Côte Chalonnaise oder einem Pouilly-Fuissé.
Bei der Kombination von Burgunderweinen mit Speisen sollten Sie auf den Körper, den Säuregehalt und die Aromen des Weins achten und darauf, wie sie mit dem Gericht interagieren. Das vielfältige Weinsortiment der Region, das von eleganten, ätherischen Rotweinen bis hin zu reichen, buttrigen Weißweinen reicht, bietet unzählige Möglichkeiten für kreative und köstliche Kombinationen von Speisen und Weinen.
Tourismus und Veranstaltungen in der Bourgogne
Weinbesichtigungen und -verkostungen: Mit über 100 Appellationen und Tausenden von Weingütern können Besucher des Burgunds Weinbesichtigungen und -verkostungen auf einer Vielzahl von Weingütern genießen, von renommierten Domänen bis hin zu kleinen Familienbetrieben. Erkunden Sie die Weinberge, erfahren Sie mehr über die Weinherstellung und probieren Sie die vielfältigen Weine der Region.
Route des Grands Crus: Die Route des Grands Crus, eine landschaftlich reizvolle Strecke von über 60 Kilometern Länge, führt durch das Herz der Weinberge und malerischen Dörfer der Côte d’Or. Unterwegs können die Reisenden an bekannten Weingütern und historischen Sehenswürdigkeiten anhalten und atemberaubende Ausblicke auf die burgundische Landschaft genießen.
Hospize von Beaune: Die 1443 gegründeten Hospices de Beaune sind eine historische Wohltätigkeitseinrichtung in der Stadt Beaune. Besucher können die wunderschön erhaltenen mittelalterlichen Gebäude besichtigen, darunter das beeindruckende Hôtel-Dieu mit seinem bunten Dach aus glasierten Ziegeln. Die jährlich im November stattfindende Weinauktion des Hospices de Beaune ist ein wichtiges Ereignis im burgundischen Weinkalender und zieht Käufer und Liebhaber aus aller Welt an.
Burgundisches Weinfest (Fête des Grands Vins de Bourgogne): Bei diesem dreitägigen Festival, das jährlich im November in der Stadt Beaune stattfindet, kommen über 100 burgundische Winzer zusammen und bieten Verkostungen ihrer Weine an. Die Besucher können auch an Konferenzen, Workshops und Führungen teilnehmen und erhalten so eine umfassende Einführung in die Welt des Burgunderweins.
La Saint-Vincent Tournante: Bei dieser jährlich Ende Januar stattfindenden Veranstaltung wird der Schutzpatron der Winzer, der Heilige Vinzenz, gefeiert. Jedes Jahr ist ein anderes burgundisches Dorf Gastgeber des Festes, das Umzüge, Verkostungen und Festlichkeiten zu Ehren der Weinbautraditionen der Region umfasst. Die Veranstaltung zieht Tausende von Besuchern an und bietet einen einzigartigen Einblick in die lokale Kultur und Bräuche.
Historische Sehenswürdigkeiten: Das Burgund ist ein geschichtsträchtiges Land mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die es zu entdecken gilt. Besuchen Sie die UNESCO-geschützte Abtei von Fontenay, die im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen gegründet wurde, oder die alte Stadt Vézelay mit ihrer beeindruckenden romanischen Basilika. Dijon, die Hauptstadt Burgunds, beherbergt den Palast der Herzöge von Burgund und eine Fülle an wunderschön erhaltener mittelalterlicher Architektur.
Radfahren und Wandern: Die sanften Hügel und malerischen Weinberge des Burgunds bieten die perfekte Kulisse für Aktivitäten im Freien wie Radfahren und Wandern. Zahlreiche gut ausgebaute Wege und Routen wie der Voie des Vignes (Weg der Weinberge) ermöglichen es den Besuchern, in die Naturschönheiten der Region einzutauchen und dabei charmante Dörfer und historische Schlösser zu entdecken.
Quiz
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