Weinberg Mosel
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Weinregion Mosel Saar Ruwer

Die Weinregion Mosel (Saar-Ruwer), bekannt für ihre spektakulären Steillagen und schieferdurchzogenen Böden, erstreckt sich entlang der namensgebenden Flüsse und gilt als eines der renommiertesten Riesling-Anbaugebiete der Welt. In diesem kühlen Klimagebiet entstehen dank der sonnenverwöhnten Südhänge und der mineralhaltigen Schieferböden elegante, filigrane Rieslinge mit ausgeprägter Frucht und einer charakteristischen, fast salzigen Mineralität.

Als Deutschlands ältestes Weinbaugebiet ist die Region das lebende Gedächtnis deutscher Weinkultur. Sie weist eine Rebfläche von 8.500 Hektar auf. Davon sind über 3.000 ha Steillagen, womit die Mosel das weltweit größte Steillagenweinbaugebiet ist. Hier, wo bereits die Römer vor über 2.000 Jahren Wein kultivierten, entstehen heute Rieslinge von Weltrang, die das einzigartige Terroir der Schieferböden in pure Eleganz verwandeln.

Mit einem beeindruckenden Riesling-Anteil von über 60 Prozent und extremen Steillagen bis zu 68 Grad Neigung am legendären Bremmer Calmont repräsentiert die Region die internationale Spitze des Cool-Climate-Weinbaus. Die geologische Vielfalt von 400 Millionen Jahre altem Devonschiefer bis zu vulkanischen Rotliegend-Böden schafft ein Terroir-Spektrum, das seinesgleichen sucht.

Inhalte

Kurz und knapp, Mosel Saar Ruwer im Überblick

Lage und Geographie: Deutschlands älteste Weinregion mit 8.500 Hektar Rebfläche, erstreckt sich entlang Mosel, Saar und Ruwer von Perl bis Koblenz; weltweit größtes Steillagenweinbaugebiet mit über 3.000 ha Steillagen bis zu 68° Neigung (Bremmer Calmont)

Klima: Kontinentales Klima mit atlantischen Einflüssen; 1.400 Sonnenstunden jährlich; Cool-Climate-Weinbau mit verlängerter Vegetationsperiode; Mikroklimata durch Schieferböden und Flussreflexion bis zu 3°C wärmer als Umgebung

Anbaugebiet: Sechs Bereiche: Mittelmosel (5.582 ha, Qualitätszentrum), Saar (mineralische Eleganz), Ruwer (180-200 ha, kräuterwürzig), Terrassenmosel/Untermosel (extreme Mikroklimata), Obermosel (Muschelkalk), Moseltor (110 ha, kleinster Bereich)

Hauptrebsorten:

  • Weiß: Riesling (62,4% der Rebfläche, ca. 5.350 ha, dominierend), Müller-Thurgau (9%), Elbling (5%, römische Tradition), Kerner
  • Rot: Spätburgunder (5%), Dornfelder (vollmundige Rotweine)

Weinarten: Überwiegend Weißweine mit Riesling-Fokus; komplettes Stilspektrum von trocken bis edelsüß (Spätlese, Auslese, Trockenbeerenauslese)

Klassifikationssystem: VDP-System basierend auf preußischer Weinbergklassifikation von 1868; VDP.GROSSE LAGEN mit strengen Kriterien (nur Riesling, max. 50 hl/ha, handselektive Lese, mind. 73° Oechsle)

Geschützte Herkunftsbezeichnung: Deutsches Anbaugebiet mit weltweiter Anerkennung; berühmte VDP.GROSSE LAGEN: Bernkasteler Doctor, Wehlener Sonnenuhr, Wiltinger Scharzhofberg, Ürziger Würzgarten

Weincharakter:

  • Rieslinge: Filigran, elegant mit charakteristischer Schiefermineralität; Balance zwischen Frucht (Pfirsich, Aprikose, Zitrus) und rassiger Säure; salzige Mineralität (besonders Saar)
  • Rotweine: Elegante Spätburgunder mit feinen Tanninen, Kirsch- und Himbeeraromen

Bodenbeschaffenheit: 400-450 Millionen Jahre alter Devonschiefer (Wärmespeicherung); Saar: grau-blauer Hunsrückschiefer mit Eisenanteil; Ruwer: charakteristische Schiefermineralik; Obermosel: Muschelkalk und Keuper; vulkanische Rotliegend-Böden (Ürziger Würzgarten)

Geschichte: Über 2.000 Jahre Weinbautradition seit den Römern (Augusta Treverorum/Trier); mittelalterliche Klosterweinbau-Prägung; preußische Weinbergklassifikation 1868 als Basis heutiger Qualitätsbewertung

Berühmte Weingüter: Egon Müller-Scharzhof (Primum Familiae Vini, Weltrekordpreise), Joh. Jos. Prüm, Dr. Loosen, Fritz Haag, Reichsgraf von Kesselstatt, Markus Molitor, Franz-Josef Eifel (Weingut des Jahres 2025), Clemens Busch (biodynamisch)

Besonderheit: Weltweit steilstes Weinbaugebiet mit heroischem Terrassenweinbau; einzigartige Schiefermineralität; Zentrum des deutschen Riesling-Weinbaus; UNESCO-Welterbe Trier; legendäre Auktionspreise für edelsüße Weine; ausschließlich manuelle Bewirtschaftung in extremen Steillagen

Geschichte der Weinregion Mosel Saar Ruwer

Die Weinbaugeschichte der Mosel-Saar-Ruwer beginnt mit der römischen Eroberung unter Kaiser Augustus. Als die Römer im 1. Jahrhundert vor Christus Trier als Augusta Treverorum gründeten, brachten sie nicht nur ihre Zivilisation, sondern auch den systematischen Weinbau an Mosel, Saar und Ruwer. Der berühmte Neumagener Weinschiff-Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert dokumentiert eindrucksvoll die frühe Bedeutung der Weinkultur.

Im Mittelalter übernahmen Klöster und Adelshäuser die Weiterentwicklung des Weinbaus. Bedeutende Abteien wie St. Maximin in Trier oder das Kloster Machern bei Bernkastel legten den Grundstein für viele der noch heute berühmten Weinlagen. Die Mönche erkannten das außergewöhnliche Potenzial der steilen Schieferhänge und begannen mit dem aufwendigen Terrassenbau – eine Kulturleistung, die das Landschaftsbild bis heute prägt.

Eine erste Blütezeit erlebte der Moselwein im 14. und 15. Jahrhundert, als die Weine der Region an den europäischen Fürstenhöfen sehr geschätzt wurden. Die Handelswege entlang der Mosel und des Rheins ermöglichten einen florierenden Weinhandel, von dem besonders die Moselstädte profitierten.

Das 19. Jahrhundert markierte einen weiteren Höhepunkt der Entwicklung. Die preußische Weinbergklassifikation von 1868 ordnete erstmals systematisch die besten Lagen und schuf die Basis für das heutige VDP-System. Diese historische Klassifikation gilt bis heute als Grundlage der Qualitätsbewertung an der Mosel.

Die Erschließung der steilsten Hänge durch Terrassen und Trockenmauern zeugt vom Erfindungsreichtum und der Beharrlichkeit der Moselwinzer. Diese einzigartige Kulturlandschaft stellt ein lebendiges Denkmal der Weinbaugeschichte dar und ist Zeugnis jahrhundertelanger Handwerkskunst.

Mosel Schloss Marienburg
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Geografie und Klima

Die Mosel-Saar-Ruwer erstreckt sich über 8.536 Hektar Rebfläche von der Obermosel bei Perl bis nach Koblenz. Der Fluss windet sich in zahllosen Schleifen durch die Landschaft und erschließt dabei einige der spektakulärsten Weinlagen Europas, die oft seit Generationen von denselben Winzerfamilien bewirtschaftet werden.

Besonders beeindruckend sind die extrem steilen Schieferhänge mit Neigungen bis zu 68 Grad. Der berühmte Bremmer Calmont gilt als steilster Weinberg Europas und zwingt die Winzer noch heute zu aufwendiger Handarbeit, da maschinelle Bewirtschaftung unmöglich ist. Diese dramatische Topografie ist jedoch kein Hindernis, sondern der Schlüssel zur außergewöhnlichen Qualität der Moselweine.

Der Schiefer als Qualitätsfaktor

Der dunkle Devonschiefer ist das prägende Element dieser Weinregion. Das 400-450 Millionen Jahre alte Gestein speichert tagsüber die Sonnenwärme und gibt sie nachts gleichmäßig an die Reben ab. Zusammen mit der reflektierenden Wirkung der Flüsse entsteht ein besonders günstiges Mikroklima für den Weinbau. Die Kombination aus Äquatoreffekt durch senkrecht auftreffende Sonnenstrahlung und optimaler Drainage durch die Steillagen schafft Mikroklimata, die teilweise 2-3 Grad wärmer sind als die Umgebung.

Klimatische Besonderheiten

Mit 1.400 jährlichen Sonnenstunden und einem kontinentalen Klima mit atlantischen Einflüssen bietet die Region ideale Bedingungen für langsam reifende, aromatische Rieslinge. Die kühleren Temperaturen sorgen für eine verlängerte Vegetationsperiode, die den Trauben Zeit gibt, komplexe Aromen zu entwickeln, während die natürliche Säure erhalten bleibt.

Karte Weinregion Mosel

Wein­bau­gebiete in der Region

Die Region gliedert sich in sechs distinkte Bereiche, von denen jeder eigene Terroir-Charakteristika aufweist:

Mittelmosel: Das Herzstück des Riesling-Weinbaus

Die Mittelmosel von Trittenheim bis Traben-Trarbach bildet mit 5.582 Hektar das qualitative Zentrum der Region. Hier konzentrieren sich die weltberühmten Spitzenlagen wie Bernkasteler Doctor, Wehlener Sonnenuhr, Ürziger Würzgarten und Erdener Prälat. Der dunkle blaue Devonschiefer schafft zusammen mit optimaler Südwest-Exposition das ideale Mikroklima für balancierte Rieslinge mit klassischer Schieferwürze.

Die Weine der Mittelmosel zeigen perfekte Balance zwischen Frucht und Mineralität mit Pfirsich-, Aprikosen- und Apfelaromen, ergänzt durch Zitrusfrüchte und die charakteristische Schiefermineralität. Mit dem Alter entwickeln sie die klassischen Petrolnoten gereifter Rieslinge.

Saar: Mineralität in Perfektion

Das Saartal von Konz bis Serrig gilt als Heimat der elegantesten und mineralischsten Rieslinge der Region. Der grau-blaue Hunsrückschiefer mit hohem Eisenanteil verleiht Saar-Rieslingen ihre charakteristische salzige Mineralität und rassige Säure. Die kühleren Temperaturen sorgen für besonders filigrane und langlebige Weine.

Berühmte Lagen wie der Wiltinger Scharzhofberg von Egon Müller oder der Ockfener Bockstein bringen Weine hervor, die weltweit als Inbegriff mineralischer Riesling-Eleganz gelten. Die charakteristische "Schluck Quellwasser"-Empfindung mit Zitrusfrüchten und grünem Apfel macht Saar-Rieslinge unverwechselbar.

Ruwer: Kräuterwürzige Eleganz

Das kleinste Teilgebiet mit nur 180-200 Hektar erstreckt sich östlich von Trier. Die Ruwer-Rieslinge zeichnen sich durch kräuterwürzige Noten und eine eigenständige Schiefermineralik aus, die sich deutlich von Mosel und Saar unterscheidet. Lagen wie der Maximin Grünhäuser Abtsberg oder der Karthäuserhofberg repräsentieren klassische Ruwer-Eleganz mit historischem Klosterweinbau-Hintergrund.

Die kühlen Lagen verlangen längere Reifezeiten, belohnen aber mit außergewöhnlicher Finesse in guten Jahren. Gelbes Steinobst und eine besonders filigrane Struktur kennzeichnen diese Weine.

Terrassenmosel/Untermosel: Extreme Mikroklimata

Von Pünderich bis Koblenz entstehen durch extreme Terrassierung einzigartige Mikrokosmen mit Temperaturen bis zu im Extremfall 41 Grad Celsius – ein Temperaturrekord für Deutschland. Die quarzitischen Sandsteine und Tonschiefer verleihen den Weinen würzige, mineralische Charakterzüge mit tropischen Fruchtaromen wie Mango und Banane sowie charakteristischen pfeffrigen Noten.

Bekannte Lagen wie der Winninger Uhlen unterstreichen die Qualität dieses spektakulären Terrassenbereichs, wo die Winzer unter extremen Bedingungen Weine von Weltrang erzeugen.

Obermosel: Geologische Besonderheit

Die Obermosel von Perl bis Konz unterscheidet sich geologisch fundamental von den anderen Bereichen. Hier dominieren 200 Millionen Jahre alte Muschelkalk- und Keuperböden, die geologisch zum Pariser Becken gehören. Neben Riesling gedeiht hier traditionell der Elbling, eine alte Rebsorte, die früher die gesamte Moselregion prägte.

Die sanfteren Hanglagen und das etwas wärmere Klima verleihen den Weinen einen eigenständigen Charakter, der sich deutlich von den schiefergeprägten Bereichen abhebt.

Moseltor: Kleinster Bereich

Mit nur 110 Hektar auf saarländischer Seite konzentriert sich dieser Bereich hauptsächlich auf Elbling-Anbau mit ähnlicher Geologie wie die Obermosel.

Mosel bei Cochem
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Rebsorten und Weinstile

Riesling
62%
Müller-Thurgau
9%
Elbling
6%
Spätburgunder
5%

Die am häufigsten angebauten Rebsorten der Region und ihr Anteil an der gesamten Rebfläche in %.

Riesling: Der König der Mosel (62% der Rebfläche)

Der Riesling ist das unbestrittene Aushängeschild der Region und macht rund 5.350 Hektar der Rebfläche aus. Diese weiße Rebsorte zeigt an der Mosel ihre ganze aromatische Komplexität und Fähigkeit, das einzigartige Terroir der Schieferböden zu reflektieren.

Mosel-Rieslinge zeichnen sich durch ihre feine Balance zwischen natürlicher Säure und fruchtiger Süße aus. Das kühle Klima und die Schieferböden bringen Weine hervor, die leicht, erfrischend und elegant sind, mit Noten von Zitrusfrüchten, Steinobst und der charakteristischen mineralischen Schieferprägung.

Geschmacksspektrum der Mosel-Rieslinge:

  • Trocken: Präzise Mineralität, Zitrusfrüchte, grüner Apfel, Kräuternoten
  • Halbtrocken/Feinherb: Balance zwischen Frucht und Säure, Pfirsich, Aprikose
  • Süß (Spätlese/Auslese): Honig, kandierte Früchte, exotische Gewürze, außergewöhnliche Langlebigkeit

Weitere Weißweine: Traditionelle Vielfalt

Müller-Thurgau (9% der Rebfläche): Diese Kreuzung aus Riesling und Madeleine Royale bringt leichte, blumige Weine mit erfrischender Säure hervor. Besonders in der Obermosel entstehen unkomplizierte, trinkfreudige Weine.

Elbling (6% der Rebfläche): Die über 1000 Jahre alte Rebsorte der Römerzeit gedeiht hauptsächlich in der Obermosel auf Muschelkalkböden. Sie produziert leichte, knackige Weine mit Noten von grünem Apfel und Zitrone sowie eine lebendige Säure.

Kerner: Eine weitere Riesling-Kreuzung, die für ihre blumigen Aromen und den Geschmack tropischer Früchte bekannt ist.

Rotweine: Qualitätsvolle Nischenproduzenten

Obwohl die Region primär für Weißweine bekannt ist, entstehen auch bemerkenswerte Rotweine:

Spätburgunder (5% der Rebfläche): Dieser elegante Rotwein zeigt feine Aromen von Kirsche, Himbeere und erdigen Noten. Der Ausbau in Eichenfässern verleiht ihm subtile Vanille- und Gewürzgeschmäcker.

Dornfelder: Ein vollmundigerer Rotwein mit dunklen Fruchtaromen und würzigen Noten, der ebenfalls von Eichenfass-Reifung profitiert.

VDP-Klassifikation: Große Gewächse von Weltrang

Die Mosel orientiert sich bei der Einteilung ihrer Spitzenlagen historisch an der preußischen Weinbergklassifikation von 1868. Heute wird im VDP-System – wie in den anderen deutschen Anbaugebieten – auch an der Mosel offiziell der Begriff „Große Lage“ für die besten Weinberge verwendet. Das Konzept der Lagenklassifikation an der Mosel hat somit eine lange Tradition, die in das moderne Qualitätsbewertungssystem eingeflossen ist.

Kriterien für VDP.GROSSE LAGEN an der Mosel:

  • Ausschließlich Riesling als Rebsorte
  • Maximaler Ertrag von 50 hl/ha
  • Handselektive Lese obligatorisch
  • Mindestens 73° Oechsle Mostgewicht (Kabinett)
  • Nur trocken ausgebaute Weine (VDP.GROSSES GEWÄCHS)
  • Vermarktung erst ab 1. September des Folgejahres

Berühmte VDP.GROSSE LAGEN:

Mittelmosel:

  • Bernkasteler Doctor: Als teuerste landwirtschaftliche Böden Deutschlands mit nur 3,26 Hektar Größe
  • Wehlener Sonnenuhr: Mit der berühmten in den Fels gehauenen Sonnenuhr
  • Ürziger Würzgarten: Auf vulkanischen Rotliegend-Böden mit extremer Lagerfähigkeit
  • Erdener Prälat: Steile Südlage mit komplexen, mineralischen Rieslingen

Saar:

  • Wiltinger Scharzhofberg: Weltspitze für edelsüße Rieslinge (Egon Müller)
  • Ockfener Bockstein: Eisenhaltige Schieferböden mit salziger Mineralität
  • Saarburger Rausch: Klassische Saar-Eleganz mit rassiger Säure

Ruwer:

  • Maximin Grünhäuser Abtsberg: Klosterweinbau-Tradition seit dem Mittelalter
  • Karthäuserhofberg: Historische Lage mit filigraner Riesling-Eleganz

Die Preise für Große Gewächse von der Mosel bewegen sich meist zwischen 30 und 100 Euro pro Flasche, wobei Spitzenweine aus legendären Lagen deutlich höhere Preise erzielen können.

Riesling Trauben
Foto von Luca J auf Unsplash - Rieslingtrauben

Bekannte Weingüter

Die Mosel-Saar-Ruwer beheimatet einige der renommiertesten Weingüter Deutschlands, die für ihre außergewöhnlichen Rieslinge weltberühmt sind:

Etablierte Weltspitze

Weingut Egon Müller-Scharzhof (Wiltingen): Als einziges deutsches Mitglied der Primum Familiae Vini produziert die Familie Müller einige der gesuchtesten und wertvollsten Weißweine der Welt. Die Rieslinge aus dem legendären Scharzhofberg, insbesondere die edelsüßen Trockenbeerenauslesen, erzielen bei Auktionen Weltrekordpreise und gelten als absolute Sammlerstücke. 2003 wurde ein Rekordpreis von 14.566 Euro für eine Flasche erzielt.

Weingut Joh. Jos. Prüm (Bernkastel-Wehlen): Seit 1911 setzt die Familie Prüm Maßstäbe für filigrane Moselrieslinge. Die Weine aus den Spitzenlagen Wehlener Sonnenuhr und Graacher Himmelreich zeichnen sich durch ihre einzigartige Balance von Frucht und Mineralität aus. Das Weingut erhält regelmäßig Höchstnoten, unter anderem im Gault&Millau und gilt als Meister edelsüßer Auslesen.

Weingut Dr. Loosen (Bernkastel-Kues): Ernst Loosen führt eines der innovativsten Weingüter der Region und fungiert als internationaler "Riesling-Botschafter". Mit Lagen wie dem Erdener Treppchen und dem Ürziger Würzgarten verfügt das Weingut über echte Filetstücke des Moselweinbaus. Die wurzelechten Reben bis zu 100 Jahren verleihen den Weinen außergewöhnliche Komplexität.

Weingut Fritz Haag (Brauneberg): Oliver Haag führt das seit 1605 dokumentierte Weingut in der vierten Generation. Als Meister der Brauneberger Juffer-Sonnenuhr produziert er Rieslinge, die durch perfekte Balance zwischen Kraft und Finesse bestechen. Die präzise Abstufung verschiedener Prädikatsweine macht dieses Weingut zu einem Klassiker.

Weingut Reichsgraf von Kesselstatt (Morscheid): Mit einer Weinbautradition seit 1349 gehört von Kesselstatt zu den historisch bedeutendsten Weingütern der Region. Nach Egon Müller besitzt das Weingut den größten Anteil im legendären Scharzhofberg und weitere Spitzenlagen an allen drei Flüssen – Mosel, Saar und Ruwer.

Markus Molitor (Zeltingen-Rachtig): Schloss in den letzten Jahren endgültige zur absoluten Spitze auf und gilt als Modernisierer der Mosel-Tradition.

Aufstrebende Spitze

Franz-Josef Eifel (Trittenheim): Wurde vom VINUM Weinguide zum  Weingut des Jahres 2025 gekürt und repräsentiert die neue Generation der Mosel-Winzer.

Clemens Busch (Pünderich): Etabliert sich als biodynamischer Pionier mit internationaler Ausstrahlung und zeigt, wie nachhaltige Bewirtschaftung zu außergewöhnlicher Qualität führt.

Van Volxem (Wiltingen): Prägt moderne Saar-Interpretation mit puristischen, mineralischen Rieslingen.

Weitere herausragende Betriebe: Maximin Grünhaus (Ruwer-Tradition), St. Urbans-Hof (Nik Weis mit internationalem Renommee), Heymann-Löwenstein (Untermosel-Pionier), Karthäuserhof, Geltz-Zilliken und Von Othegraven (Saar-Spitze).

Kulinarische Tra­di­tionen und Speise­empfeh­lungen

Die Weinregion Mosel-Saar-Ruwer besticht nicht nur durch ihre exzellenten Weine, sondern auch durch eine bodenständige, authentische Küche, die perfekt mit den lokalen Weinen harmoniert.

Traditionelle Spezialitäten

Tresterfleisch: Das in Weintrester marinierte Schweinefleisch repräsentiert die authentische Moselküche. Jedes Weingut bewahrt sein eigenes Geheimrezept für den Trester-Sud, der dem Fleisch seine charakteristische Würze verleiht. Moderne Interpretationen in Sterne-Restaurants zeigen die Entwicklungsfähigkeit traditioneller Gerichte.

Gräwes/Teerdisch: Die traditionelle Mischung aus Kartoffelpüree und Sauerkraut wurde früher in Henkelmännern in die Weinberge getragen. Modern wird sie mit Zander veredelt und harmoniert perfekt mit feinherben Rieslingen.

Döppekooche-Variationen: Der herzhafte Kartoffelauflauf mit geräuchertem Bauchspeck existiert in regionalen Varianten als Scholes oder Debbekoche und wird traditionell mit Apfelmus serviert.

Weinbergpfirsich: Der rote Weinbergpfirsich ist eine alte Kulturpflanze die zwischen Cochem und Bremm zu finden ist. Die bräunlich-grünen Früchte mit purpurrotem Fruchtfleisch sind in der Regel nicht im Handel erhältlich und werden häufig zu Marmelade, Likör und Chutney verarbeitet. Als "Mosel Kir" mit Winzersekt gemischt entsteht ein regionaler Aperitif.

Viez: Der Trierer Apfelwein aus Streuobstwiesen ist auf der Vorschlagsliste zum  UNESCO-Kulturerbe. Die 150 km lange Viezstraße verbindet traditionelle Apfelwein-Produzenten zwischen Merzig und Trier. Getrunken wird Viez traditionell aus der "Porz" (0,4l Porzellankrug).

Regionale Fischspezialitäten

Geräucherter Moselaal, Forellen aus Klosterfischereien wie Himmerod, frittierte Barsche und Rotaugen sowie modern zubereiteter Zander in Riesling-Weinblättern ergänzen die traditionellen Fleischgerichte.

Speise-Wein-Kombinationen

Trockene Rieslinge harmonieren ideal mit Zander in Riesling-Weinblättern, gegrilltem Fisch und Mosel-Kräutersuppe. Die mineralische Säure ergänzt Fischzubereitungen perfekt.

Halbtrockene/Feinherbe Rieslinge bilden die klassische Begleitung zu Gräwes mit Kasseler, mildern scharfe asiatische Gerichte und harmonieren mit Wildgerichten.

Süße Auslesen und Spätlesen zeigen ihre Stärke bei scharfen Speisen wie Thai-Curry, begleiten Desserts wie Riesling-Weincreme und ergänzen Ziegenkäse mit Honig und Walnüssen.

Tourismus und Ver­an­stal­tungen

Weinfeste 2025: Lebendige Weinkultur erleben

Bernkasteler Weinfest: Das größte Weinfest der Mittelmosel verwandelt die historische Stadt in eine stimmungsvolle Festmeile mit Verkostungen von über 100 Weinen.

SaarRieslingSommer: 15 Spitzen-Weingüter von Serrig bis Konz-Filzen präsentieren ihre besten Weine in einem gemeinsamen Event.

Mythos Mosel: Verkostungen von 120 Weingütern entlang der gesamten Mosel mit begleitendem Kulturprogramm.

Weitere Highlights: Deutschlands ältestes Winzerfest in Winningen, Trierer Weinfest mit römischem Ambiente, Cochemer Weinfest mit Burgkulisse.

 

Aktiv die Landschaft entdecken

Moselsteig: Der 365 km lange Premium-Fernwanderweg erhielt die Auszeichnung "Leading Quality Trail - Best of Europe". 24 Etappen von Perl bis Koblenz erschließen die schönsten Weinberglagen mit spektakulären Aussichten über das Moseltal.

Traumschleifen: Premium-Rundwanderwege wie der Kasteler Felsenpfad oder der Saar-Leuktal-Panorama bieten intensive Terroir-Erlebnisse als Tagestouren.

Calmont-Klettersteig: Der Höhenweg am steilsten Weinberg Europas mit Leitern und Sicherungsseilen ist ein 2-3-stündiges Abenteuer mit einmaliger Panorama-Aussicht.

Mosel-Radweg: 242 km von Koblenz bis zur französischen Grenze als ADFC-zertifizierter Qualitätsradweg mit Hörstationen entlang des Weges.

 

Historische Schätze und Sehenswürdigkeiten

Trier: Die UNESCO-Welterbestätten Porta Nigra (eines der ältesten Bauwerke Deutschlands), Dom zu Trier, Konstantinbasilika und Kaiserthermen machen Trier zum kulturellen Zentrum der Region.

Moselweinmuseum Bernkastel-Kues: Multimediale Ausstellung und Vinothek mit über 130 Weinen von Mosel, Saar und Ruwer.

Burgen und Schlösser: Burg Eltz auf 320m hohem Felsen, Reichsburg Cochem mit Burgfesten und Burgruine Landshut als Aussichtspunkt über Bernkastel-Kues.

Deutsches Eck in Koblenz: Der Zusammenfluss von Mosel und Rhein mit Kaiser Wilhelm Denkmal und Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein.

 

Praktische Informationen für Weinliebhaber

Verkostungen und Kellerbesichtigungen

Die meisten Weingüter bieten Weinproben für 15-50 Euro pro Person an, abhängig vom Umfang der Verkostung. Eine Voranmeldung ist besonders von Mai bis Oktober empfehlenswert. Viele Betriebe ergänzen die Verkostung um Kellerführungen und Weinbergswanderungen.

Anreise und Verkehrsanbindung

Hauptzugangspunkte sind Trier, Koblenz und Bernkastel-Kues mit guter Anbindung an Autobahn, Bahn und öffentlichen Nahverkehr. Die Region ist sowohl für Tagesausflüge als auch längere Aufenthalte ideal erschlossen.

Quiz

Wie gut kennen Sie die Weinregion Mosel Saar Ruwer? Testen Sie ihr Wissen in unserem Quiz.

Weiterführende Informationen

Ruwer Riesling:

Ruwer-riesling.de

Moselwein e.V.:

Weinland-mosel.de

VDP: Die Prädikatsweingüter

VDP.de

Weitere Regionen

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