Wein aus Ligurien - Eine Entdeckungsreise durch die Weinlandschaft der italienischen Riviera
Der Weinbau hat hier schon eine lange Tradition, bereits der griechische Historiker Strabo erwähnte im 1. Jahrhundert v. Chr. die ligurischen Weine und der Arzt Andrea Bacci schwärmte im 16. Jahrhundert, dass sie sogar Steine zum Blühen bringen könnten. Diese poetische Beschreibung trifft den Charakter der Region gut: Die knapp 1.500 Hektar Rebfläche ziehen sich entlang der zerklüfteten und steilen Berghänge am Ufer, so dass man von weitem tatsächlich meinen könnte, hier würde der Fels Blüten tragen.
Ligurien ist eine Weinregion der Gegensätze, einerseits durch dramatische Steillagen und kleinste Parzellen geprägt, andererseits durch eine bemerkenswerte Vielfalt an autochthonen Rebsorten und einen unverwechselbaren Charakter der Weine, der vom Meer und den Bergen gleichermaßen beeinflusst wird.
Inhalte
Kurz und knapp, Ligurien im Überblick
Lage und Geographie: Nierenförmige Region im Nordwesten Italiens, entlang einer 350 km langen Küste zwischen Ventimiglia und La Spezia; grenzt an Frankreich, Piemont und die Toskana
Klima: Mediterranes Klima mit Schutz durch Alpen und Apenninen; mildes, feuchtes Küstenklima mit maritimem Einfluss
Anbaugebiet: Etwa 1.500 Hektar Rebfläche (nach Valle d'Aosta die kleinste Weinregion Italiens); jährliche Produktion von ca. 65.000 Hektoliter; unterteilt in Riviera di Ponente (westlich von Genua) und Riviera di Levante (östlich von Genua) sowie die berühmten Cinque Terre
Hauptrebsorten:
- Weiß: Vermentino, Pigato, Bosco, Albarola, Bianchetta Genovese
- Rot: Rossese, Ormeasco (Dolcetto), Ciliegiolo, Granaccia
Weincharakter:
- Weißweine: Frisch, mineralisch, oft mit salziger Note; Vermentino mit Zitrus- und Blütenaromen; Pigato mit kräuterigen Noten
- Rotweine: Leicht bis mittelschwer, fruchtig mit moderaten Tanninen; Rossese mit Kirsch- und Beerennoten
- Süßweine: Sciacchetrà mit intensiver Süße, Honigaromen und komplexer Struktur
Bodenbeschaffenheit: Kalk- und lehmhaltige Böden an der Küste, besonders für Weißweine geeignet; terrassierte Steillagen mit steinigen Böden in den Cinque Terre
Besonderheiten:
- Extremer Steillagenweinbau, besonders in den Cinque Terre (UNESCO-Welterbe)
- Fast ausschließlich Handarbeit erforderlich, keine Mechanisierung möglich
- Hohe Rebsortenvielfalt mit über 100 überwiegend autochthonen Sorten
- Starker maritimer Einfluss auf die Weincharakteristik
Geschichte: Weinbautradition seit der Antike; im Mittelalter war Genua nach Venedig zweitwichtigster Weinumschlagsplatz; Niedergang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Wiederaufschwung in jüngster Zeit
Berühmte Produzenten: Cantine Lunae Bosoni, Walter de Batté, Tenuta Selvadolce, Maccario Dringenberg, Cantina Cinque Terre
Speisepaarung: Weißweine ideal zu Meeresfrüchten und Pesto alla Genovese; Rotweine zu leichten Fleischgerichten und regionalen Spezialitäten; Sciacchetrà als Dessertwein oder zu reifem Käse
Touristische Bedeutung: Wachsender Weintourismus, besonders in den Cinque Terre; Kombination aus Wandertourismus entlang der Küstenpfade und Weinverkostungen; zunehmende Herausforderungen durch Übertourismus
Die Geschichte der Region
Die Weinbautradition Liguriens reicht bis in die Antike zurück. Schon der griechische Historiker Strabo (63 v. Chr.-28 n. Chr.) erwähnte lobend den ligurischen Wein. Der berühmte Naturforscher Andrea Bacci (1521-1590) schrieb, „dass die Weine Liguriens sogar Steine zum Blühen bringen könnten". Diese Aussage bezog sich wohl auf die spektakulären Steilhänge, an denen die Weinreben gedeihen.
Im Mittelalter galt Genua, die Hauptstadt Liguriens, als wichtiger Hafen für Wein-Exporte. Damals war Genua nach Venedig der zweitwichtigste Umschlagsplatz für Wein. Seit dem 16. Jahrhundert ist der Weinanbau im Nervia-Tal nachgewiesen. Von dort stammt der Rossese di Dolceaqua. Dieser Wein soll zu den Lieblingsweinen Napoleons gehört haben.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich durch die geografische Lage Liguriens und besonders durch den Seehafen Genua eine große Vielfalt an Rebsorten. Handel und kultureller Austausch mit anderen Mittelmeerregionen führten dazu, dass heute über 100 verschiedene, zum Teil autochthone Rebsorten in Ligurien kultiviert werden.
Für die geschichtliche Entwicklung des Weinbaus in Ligurien sind zwei Elemente von entscheidender Bedeutung. Zum einen ist da das schwierige Gelände, das nur eine begrenzte Verfügbarkeit von Rebflächen bietet und auch im 19. Jahrhundert zu Landflucht führte. Außerdem ist mit dem Anbau von Blumen und Gemüse in Treibhäusern einfacher Geld zu verdienen.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte der Weinbau in Ligurien einen Rückgang, da die mühsame Bewirtschaftung der Steillagen wirtschaftlich immer weniger rentabel wurde. Das ist leider gleichzeitig auch das Problem der Region. Optisch hat sie höchst bemerkenswerte Lagen zu bieten, aber sie sind sehr schwer und nicht maschinell zu bewirtschaften, weshalb viele Weinbauern vorwiegend in den letzten Jahrzehnten ihren Beruf an den Nagel gehängt haben und lieber auf Treibhäuser oder Blumenzüchtungen setzten.
Erst in jüngerer Zeit hat sich der Trend wieder umgekehrt: In den letzten Jahren erlebt die Rebkultur dank einiger innovativer Winzer eine kleine Renaissance. Diese setzen zunehmend auf Qualität statt Quantität und bemühen sich, die alten autochthonen Rebsorten zu erhalten und ihnen neues Leben einzuhauchen.
Weinbaugebiete Liguriens
Ligurien lässt sich geografisch in drei verschiedene Weinbaugebiete unterteilen, die jeweils eigene charakteristische Merkmale aufweisen:
Riviera di Ponente
Die rund 350 Kilometer lange Küste im Nordwesten Italiens wird westlich von Genua „Ponente" genannt, östlich der Stadt trägt sie den Namen „Levante". Die Riviera di Ponente erstreckt sich von der französischen Grenze bis nach Genua und umfasst die Provinzen Imperia und Savona.
Das Hinterland von Imperia ist das wichtigste Anbaugebiet Liguriens für Wein. Hier ist nicht nur der Vermentino zu Hause, sondern auch der Rossese. Einige Winzer bauen auch den beliebten Rosé Rosa di Albenga aus. Ausgezeichnete Rotweine gibt es auch bei den Weinbergen von Riviera Ligure di Ponente. Die Sorten Ormeasco, Rossese und Dolcetto bringen rustikale Weine mit fruchtig-würziger Note hervor. Im Arroscia-Tal trifft der Besucher besonders häufig auf den goldgelben Pigato.
In diesem Gebiet befindet sich auch das DOC-Gebiet Rossese di Dolceacqua, das für seinen charaktervollen Rotwein bekannt ist.
Riviera di Levante
Die Riviera di Levante erstreckt sich östlich von Genua bis La Spezia und umfasst die Provinzen Genua und La Spezia. Die Riviera di Levante weist lehmige-kalkige und stellenweise sandige Böden auf. Die repräsentativste Rebsorte dieses Küstenabschnitts ist zweifellos Vermentino, eine Weißweinsorte, die im ganzen nördlichen Mittelmeerraum verbreitet ist.
Im Magra-Tal locken die Colli di Luni mit Spitzenweingütern wie der Cantine Lunae und ihren edlen Tropfen, die nach Wildblumen, Kräutern, Akazienhonig und Äpfeln schmecken.
Cinque Terre
Die bekannteste Anbauzone des Weingebiets Ligurien ist zweifellos Cinque Terre. Fünf Dörfer, mit dem Auto kaum erreichbar, nesteln sich trutzig zwischen Fels und Wasser. Dahinter steigen die Rebterrassen steil gen Himmel, gestützt von traditionellen Trockensteinmauern.
In den 1960er-Jahren gab es hier noch deutlich größere Rebflächen. Auf Grund der extrem aufwändigen und nur in mühsamer Handarbeit möglichen Bewirtschaftung wurden davon aber weite Teile aufgegeben. Heute umfassen die Weinberge nur mehr rund 100 Hektar. Sie sind in durch Trockenmauern gestützte, steile Terrassen angelegt. Die Rebflächen zählen zu den steilsten Weinbergen Europas.
Jahrhundertelang lebte dieser Küstenabschnitt von der Fischerei und vom Anbau von Gemüse, Oliven und Wein. Das dazu nötige Land musste in Schwerstarbeit den steilen Abhängen abgetrotzt werden.
Die Landschaftsstruktur erfuhr in dieser Zeit grundlegende Veränderungen. In Meeresnähe wurden Terrassenkulturen für den Weinbau angelegt. Heutzutage müssen die an den Steilhängen errichteten Terrassen dauerhaft instand gehalten werden, um ein Abrutschen ganzer Hänge zu verhindern.
Die Cinque Terre wurden 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und sind heute, neben ihrer Bedeutung für den Weinbau, auch ein wichtiges touristisches Ziel.
Weine aus der Region - Die Rebsorten
Die am häufigsten angebauten Rebsorten der Region und ihr Anteil an der gesamten Rebfläche in %.
*Für diese Region sind keine verlässlichen Zahlen verfügbar, hierbei handelt es sich liediglich um eine Schätzung.
Die Rebsortenvielfalt in Ligurien ist beeindruckend. In dieser kleinen Weinregion haben sich viele autochthone Rebsorten zum Teil auf Kleinstflächen erhalten, die in kaum einem anderen Gebiet anzutreffen sind.
Weiße Rebsorten
Vermentino
Zunehmend auch in Deutschland populär sind Liguriens trockene, charakterstarke, häufig sortenrein ausgebaute Weine aus der Vermentino-Traube. Sie zeichnen sich durch salzig-mineralische Frische oder durch blumige, würzige Noten aus. Der Vermentino zeigt eine strohgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen, duftet delikat fruchtig und zeichnet sich durch einen trockenen, harmonischen und aromatischen Geschmack aus. Die ideale Trinktemperatur ist 10,5°, er schmeckt hervorragend zu Fisch.
Die ursprüngliche Herkunft der Vermentino Traube ist bis heute unbekannt. Im schönen Ligurien wird die autochthone Rebsorte seit dem 14. Jahrhundert kultiviert. Ihre vermutete Verwandtschaft mit der Malvasia zeigt sich im korsischen Namen Malvoisie de Corse.
Pigato
Die zweite große weiße Rebsorte Liguriens ist die Pigato. Ob römische Siedlern sie mitgebrachten, oder ob sie tatsächlich eine autochthone Traube der Region ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Während Ampelographen von der Deckungsgleichheit der Sorten Vermentino, Pigato und Favorita ausgehen, widersprechen die oft seit Jahrzehnten mit ihnen arbeitenden Winzer.
Diese vermutlich sehr alte autochthone Rebsorte aus Ligurien wächst dort auf nur noch knapp hundert Hektar Rebfläche. Ihre besten Exemplare sind saftig kraftvolle, aber nicht alkoholische, überraschend mundfüllende und überaus schmackhafte Weißweine, wie sie in Italien selten geworden sind.
Ein guter Pigato schmeckt in den ersten drei bis vier Jahren nach der Abfüllung am besten. Er wirkt grünlich aromatisch im Duft, erinnert an frische Gartenkräuter im Duft, aber auch eine frische Brise am Meer, er duftet appetitlich frisch und intensiv zugleich. Im Mund wirkt er ungemein saftig, mundfüllend, angenehm weich in der Säure, trotzdem aber spontan mundwässernd und wirkt dabei fast cremig sanft im Mundgefühl.
Bosco
Diese Rebsorte wird hauptsächlich in den Cinque Terre angebaut und ist eine der Hauptsorten für den bekannten Sciacchetrà-Dessertwein. In den letzten Jahren hat sich auch der Bosco einen Namen gemacht, eine autochthone ligurische Rebsorte, die einen fruchtigen und duftenden Wein hervorbringt mit einem Hauch von Zitrusfrüchten und Pfirsicharomen.
Weitere weiße Rebsorten
Weitere wichtige Weißweinsorten sind Albarola, Bianchetta Genovese, Lumassina, Moscato Bianco (Muscat Blanc), Rossese Bianco di San Biagio, Ruzzese, Scimiscià und Trebbiano Toscano.
Rote Rebsorten
Rossese
Der Rossese ist ein Rotwein, der in den Hügeln von Dolceacqua angebaut wird und für seine weichen Tannine und fruchtigen Noten bekannt ist. Er ist eher ein leichter bis mittelschwerer Rotwein mit fruchtigen Aromen von Kirschen und Beeren. Der Rossese-Wein ist oft von einer intensiven Farbe und einem blumigen Aroma begleitet, das an Veilchen erinnert.
Im Erscheinungsbild präsentiert sich die ertragreiche Varietät in der Jugend frisch, fruchtig und einladend duftend und wechselt ihr Aromenspektrum mit zunehmendem Alter in vegetale, würzige Gefilde und erinnert dann dezent an Pinot Noir. Dank der respektablen Säurewerte und der moderaten Gerbstoffstruktur bietet sich der Rossese di Dolceàcqua an, auch gekühlt getrunken zu werden.
Ormeasco (Dolcetto)
Auch bekannt ist der Ormeasco ist eine rote Rebsorte, die auch unter dem Namen Dolcetto Nero bekannt ist. Ormeasco-Weine sind in der Regel trocken und haben fruchtige Aromen mit Noten von Kirschen und Beeren. Sie eignen sich besonders gut zu traditionellen ligurischen Speisen, wie beispielsweise Pasta mit Pesto alla Genovese.
Der süß-fruchtige, jung zu genießende Rotwein Ormeasco, ist identisch mit dem Dolcetto des Piemont.
Weitere rote Rebsorten
Weitere wichtige Rotweinsorten sind Ciliegiolo, Granaccia/Alicante (Garnacha Tinta), Massaretta (Barsaglina), Pollera Nera und viele weitere lokale Sorten.
Weinstile
Die Weine Liguriens zeichnen sich durch ihre Vielfalt und ihren regionalen Charakter aus. Die Nähe zum Meer verleiht ihnen oft eine mineralische, teils salzige Note, während die Steillagen für eine gute Reife und Aromaintensität sorgen.
Weißweine
Weißweine machen etwas weniger als die Hälfte der Produktion aus und werden vorwiegend aus Vermentino gekeltert. Die Weißweine Liguriens sind in der Regel trocken, frisch und aromatisch mit einer ausgeprägten Mineralität, die vom kalkhaltigen Boden und der Meeresbrise herrührt.
Sie zeigen häufig einen überaus frischen, ausgewogenen aber auch charismatischen Geschmack. Besonders der Vermentino aus den Colli di Luni zeichnet sich durch fruchtige Intensität aus und sorgt daher für größere Struktur und tiefere aromatische Komplexität.
Der Pigato bietet ein anderes Geschmacksprofil mit salzig-mineralischen und würzigen Aromen, bei dem man meint, die Meerbrise zu schmecken.
Rotweine
Rotweine aus Ormeasco und Rossese gedeihen größtenteils an der Riviera Ligure di Ponente. Die Rotweine Liguriens sind tendenziell leichter und eleganter als die kräftigen Weine aus den südlicheren Regionen Italiens.
Der Rossese di Dolceacqua ist der bekannteste Rotwein Liguriens und zeichnet sich durch eine elegante Struktur, feine Fruchtaromen und eine moderate Tanninstruktur aus. Er passt gut zu Gerichten wie Fleischpasteten, gegrilltem Fleisch und Hartkäse und ist ideal, um ihn leicht gekühlt im Sommer zu genießen.
Süßweine
Wer die Gelegenheit hat, sollte es nicht verpassen, den seltenen Sciacchetrà zu kosten, den traditionellen Süßwein von Cinque Terre aus rosinierten Trauben, welcher aus denselben Sorten gekeltert wird wie viele trockene Exemplare: Bosco (min. 60%), Albarola und Vermentino.
Dafür werden die Trauben nach der Ernte aufgehängt, um an Feuchtigkeit zu verlieren. Sie reifen so nach und bekommen eine spezielle Süße. Farbe und Geschmack des so entstehenden Weins gehen in Richtung Honig.
Bekannte Weingüter
Liguriens Weinbau mag bescheiden sein, doch die Region bringt einige außergewöhnliche Produzenten hervor.
Cantine Lunae Bosoni
Die Familie Bosoni führt mit ihrem Weingut Lunae die Tradition des Vermentino-Anbaus in den Colli di Luni zu neuen Höhen. Der Name ist eine Hommage an die antike Stadt Luni, die bereits vor 2000 Jahren Wein hervorbrachte. Ihre Vermentino-Weine sind wahre Botschafter des ligurischen Charakters: Mineralisch, elegant und von salziger Meeresfrische geprägt.
Besonders der "Vermentino Colli di Luni Etichetta Nera" hat sich als Referenz etabliert und wurde mehrfach ausgezeichnet.
Walter de Batté
In den spektakulären Weinbergen der Cinque Terre arbeitet Walter de Batté wie ein Alchemist des Weins. Dieser visionäre Winzer keltert aus den UNESCO-Welterbe-Steillagen Weine von außergewöhnlicher Komplexität, vornehmlich aus Bosco, Albarola und Vermentino.
Seine experimentellen Weißweine fangen die salzige Intensität der Meeresluft ein und transformieren sie in Weine von bemerkenswerter Tiefe und Langlebigkeit.
Tenuta Selvadolce
An der französischen Grenze hat Aris Bancardi ein Weingut geschaffen, das ligurische und provenzalische Traditionen meisterhaft vereint. Seine biodynamische Bewirtschaftung und der Ausbau in großen Holzfässern verleihen den Weinen beeindruckende Substanz.
Die Weine sind geprägt von mediterraner Eleganz und werden auch in Frankreich geschätzt. ein Beweis für ihre internationale Klasse.
Maccario Dringenberg
Das Weingut hat sich als Spezialist für Rossese di Dolceacqua etabliert und wird regelmäßig von der Fachpresse für seine herausragenden Interpretationen gelobt. Ihre Rossese-Weine verkörpern eine elegante Leichtigkeit gepaart mit überraschender Tiefe und zeigen florale Noten von Veilchen sowie mediterrane Kräuter.
Cantina Cinque Terre
Die Winzergenossenschaft vereint die meisten Winzer der fünf berühmten Dörfer. Herzstück ihrer Produktion ist der legendäre Sciacchetrà, ein Süßwein aus getrockneten Trauben von außergewöhnlicher Konzentration, der zu den großen Dessertweinen Italiens zählt. Daneben produziert die Genossenschaft charaktervolle Weißweine, die den salzigen Charakter der Cinque Terre perfekt einfangen.
Tourismus in der Region Liguria
Ligurien hat sich als faszinierendes Ziel für Weintouristen etabliert, die spektakuläre Landschaften mit authentischen Weinerlebnissen verbinden möchten. Die Region bietet eine einzigartige Kombination aus Weinbau und atemberaubender Küstenkulisse.
Cinque Terre: Weinbau zwischen Himmel und Meer
Die Cinque Terre erstrecken sich über zwölf Kilometer entlang der Riviera di Levante zwischen Punta Mesco und Punta di Montenero. Die fünf historischen Dörfer, Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore, thronen auf spektakulären Steilklippen über dem Mittelmeer. Seit 1997 gehört diese außergewöhnliche Kulturlandschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Der Weinbau prägt hier seit Jahrhunderten die Landschaft: Auf mühsam errichteten Steinterrassen wachsen die Reben bis zu 800 Meter über dem Meeresspiegel. Diese extremen Lagen verleihen den Weinen ihren charakteristischen salzigen Charakter und eine Mineralität, die unverwechselbar mit dem Terroir der ligurischen Küste verbunden ist.
Weinwanderungen und Verkostungen
Der berühmte Cinque-Terre-Küstenwanderweg verbindet alle fünf Dörfer und führt durch die historischen Weinterrassen. Spezialisierte Weinwanderungen ermöglichen es Besuchern, die Herausforderungen des Steillagen-Weinbaus hautnah zu erleben und dabei die lokalen Weine zu verkosten.
Viele Weingüter bieten authentische Verkostungserlebnisse an. Besonders bemerkenswert ist das Weingut von Walter de Batté in Campiglia, wo Besucher die innovativen Weinbereitungsmethoden dieses experimentierfreudigen Winzers kennenlernen können. Seine Verkostungen, begleitet von hausgemachten ligurischen Spezialitäten, gewähren einzigartige Einblicke in die Philosophie des modernen ligurischen Weinbaus.
Charakteristika des ligurischen Weintourismus
Die geografischen Gegebenheiten Liguriens haben eine besondere Form des Weintourismus geprägt. Da Massenproduktion hier unmöglich ist, konzentrieren sich die meist familiengeführten Weingüter auf hochwertige Kleinserien. Besucher erleben dadurch authentische, persönliche Begegnungen mit den Winzern.
Herausforderungen und Nachhaltigkeit
Der wachsende Tourismus stellt die Region vor Herausforderungen. Übertourismus bedroht das empfindliche Gleichgewicht zwischen Bewahrung und Zugänglichkeit. Der 1999 gegründete Nationalpark "Parco Nazionale delle Cinque Terre" arbeitet daran, die historischen Weinterrassen zu erhalten, deren Erosion eine ständige Bedrohung darstellt.
Nachhaltige Maßnahmen wie begrenzte Besucherzahlen, Eintrittsgebühren für Wanderwege und saisonale Regulierungen sollen sicherstellen, dass auch künftige Generationen diese einzigartige Weinlandschaft erleben können.
Speiseempfehlung: Wein der Region zum Essen
Die ligurische Küche und ihre Weine sind wie füreinander geschaffen. Die salzige Meeresluft, die beide prägt, schafft harmonische Geschmacksverbindungen, die das authentische Terroir der Region widerspiegeln.
Weißweine
Vermentino ist der Klassiker zu ligurischen Gerichten. Mit seinen Zitrus- und Blütenaromen sowie der charakteristischen Mineralität harmoniert er perfekt mit Fischgerichten, Meeresfrüchten und der berühmten Pasta al Pesto Genovese. Seine strohgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen und der trockene, aromatische Geschmack machen ihn zum idealen Begleiter für gegrillte Garnelen, gedünsteten Fisch und frisches Frühlingsgemüse.
Pigato zeigt sich besonders vielseitig: Als klassischer Weißwein passt er hervorragend zu einfachen Fischgerichten ohne schwere Saucen und zu Artischocken. In der Orangewein-Variante mit längerer Maischegärung entwickelt er goldgelbe Farben und feine Gerbstoffe, die ihn zu einem spannenden Partner für komplexere Gerichte mit Kräutern und mediteranen Gemüsen machen.
Rotweine
Rossese di Dolceacqua überrascht mit seiner Vielseitigkeit. Trotz seiner Leichtigkeit besitzt er genügend Struktur, um auch zu Fischgerichten zu funktionieren, eine Besonderheit unter den Rotweinen. Seine weiche Fülle und floralen Noten harmonieren wunderbar mit der traditionellen Torta di Bietole (Mangold-Pastete) und anderen herzhaften ligurischen Pasteten.
Ormeasco (ligurischer Dolcetto) zeigt sich süßfruchtig und zugänglich. Er empfiehlt sich besonders zu Pasta al Pesto Genovese und den typischen Torte salate, den herzhaften Gemüsepasteten, die das Herzstück der ligurischen Küche bilden.
Süßweine: Perfekter Abschluss
Sciacchetrà aus den Cinque Terre ist ein außergewöhnlicher Dessertwein aus getrockneten Trauben. Er funktioniert sowohl zu typisch ligurischen Desserts als auch zu kräftigem Käse oder einfach solo als kontemplativer Abschluss eines Menüs.
Kulinarische Tradition: Cucina del Ritorno
Die ligurische Küche folgt der "Cucina del Ritorno", der Küche der Rückkehr. Diese einfachen, erdverbundenen Gerichte entstanden aus der Sehnsucht der Fischer nach Heimatküche. Zentrale Elemente sind die verschiedenen Torte salate mit Spinat (Torta Pasqualina), Kräutern oder Artischocken sowie das weltberühmte Pesto Genovese.
Das exzellente ligurische Olivenöl verleiht allen Gerichten den charakteristischen Geschmack und ist unverzichtbarer Bestandteil des authentischen Pestos, das traditionell ausschließlich im Mörser zubereitet wird.
Weiterführende Informationen
Ligurien: de.wikipedia.org
