Weinberg Spanien
© Botond Horvath / shutterstock

Weinregion Montsant

Im Schatten des berühmten Priorat liegt eine Weinregion, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten als echter Geheimtipp Kataloniens etabliert hat: Montsant. Die Region, die sich wie ein Hufeisen um ihren prestigeträchtigen Nachbarn schmiegt, hat sich von der Bezeichnung "kleine Schwester" längst emanzipiert. Hier entstehen kraftvolle, charakterstarke Rotweine, die zwar stilistisch mit Priorat verwandt sind, aber über eine ganz eigene Persönlichkeit verfügen.

Der Name Montsant leitet sich vom gleichnamigen Bergmassiv ab, dessen Gipfel sich majestätisch über die terrassierten Weinberge erheben. Während Priorat mit recht hohen Preisen aufwartet, bietet Montsant außergewöhnliche Qualität zu weitaus moderateren Konditionen. Diese Kombination aus Authentizität, handwerklicher Finesse und einem hervorragenden Preis-Genuss-Verhältnis macht die Region für Weinliebhaber besonders spannend.

Inhalte

Kurz und knapp, Montsant im Überblick

Lage und Geographie: Im Nordosten Spaniens in der Provinz Tarragona (Katalonien) gelegen; bildet eine hufeisenförmige C-Form, die das Priorat nahezu vollständig umschließt; etwa 1.900 Hektar Rebfläche, Höhenlage zwischen 200 und 700 Metern über dem Meeresspiegel; 110 Kilometer westlich von Barcelona, 50 Kilometer landeinwärts von Tarragona

Geschützte Herkunftsbezeichnung: DO (Denominación de Origen) seit 2001; vorher Subzone Falset der DO Tarragona; 55 Kellereien (Stand 2025)

Klima: Mediterranes Klima mit kontinentalen Einflüssen; heiße, trockene Sommer und kalte Winter; über 3.000 Sonnenstunden jährlich, 500 bis 650 mm Niederschlag; ausgeprägte Tag-Nacht-Temperaturschwankungen fördern Aromenkomplexität und Säureerhalt

Bodenbeschaffenheit: Außergewöhnliche geologische Vielfalt: Llicorella (Schiefer/Granit), kalkhaltige Böden (Panal), tonreiche rote Böden, sandige Böden, granithaltige Böden; diese Diversität ermöglicht unterschiedlichste Weinstile

Rebstockform: Traditionell als niedrige Buschform (en vaso) erzogen; viele alte Rebstöcke zwischen 70 und über 100 Jahren, besonders bei Garnacha und Carinyena

Hauptrebsorten:

  • Rot: Garnacha (Garnatxa Negra, 22% der Fläche), Carinyena (Carignan/Samsó), Ull de Llebre (Tempranillo), Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah
  • Weiß: Garnacha Blanca, Macabeo (Viura), Chardonnay, Moscatel, Xarel-lo

Weincharakter:

  • Rotweine: Kraftvoll und konzentriert, aber eleganter und zugänglicher als Priorat; samtiges Tannin, saftige Frucht (dunkle Beeren, Kirschen), mediterrane Kräuter, Gewürze, mineralische Noten; 14 bis 15% Alkohol
  • Weißweine: Frisch, blumig mit Aromen von Steinobst, weißen Blüten, Zitrusnoten und moderater Säure

Geschichte: Weinbau seit der Römerzeit, im Mittelalter durch Kartäusermönche gefördert; internationale Anerkennung im 19. Jahrhundert; eigenständige DO ab 2001; moderne Renaissance durch Priorat-Pioniere René Barbier und Christopher Cannan ab 2004

Bekannte Bodegas: Espectacle del Montsant, Celler de Capçanes, Celler Masroig, Vinyes Domènech, Josep Grau Viticultor, Venus La Universal, Acústic Celler, Celler Laurona

Geschichte

Die Weinbaugeschichte Montsants reicht bis in die Römerzeit zurück. Im Mittelalter waren es vor allem die Kartäusermönche, die den Weinbau in der Region kultivierten und weiterentwickelten. Bereits im 19. Jahrhundert erlangten die Weine aus dieser Gegend Anerkennung und wurden auf internationalen Ausstellungen präsentiert.

Lange Zeit firmierte Montsant allerdings als Unterregion Falset innerhalb der deutlich größeren Denominación de Origen Tarragona. Erst im Jahr 2001 gelang den lokalen Winzern ein entscheidender Durchbruch: Die Region erhielt ihre eigene Herkunftsbezeichnung. Ab 2002 durften die Weine offiziell als "Montsant" vermarktet werden. Diese rechtliche Eigenständigkeit markierte den Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte.

Von anfangs 28 Kellereien im Jahr 2002 wuchs die Zahl auf aktuell rund 55 Betriebe. Parallel dazu stieg das Qualitätsniveau rasant. Renommierte Winzer aus Priorat, darunter Pioniere wie René Barbier und Christopher Cannan, erkannten das Potenzial Montsants und etablierten dort eigene Projekte. Ihr wegweisendes Weingut Espectacle del Montsant, gegründet 2004, wurde schnell zur Ikone und machte international auf die Region aufmerksam.

Heute exportiert Montsant etwa 62 Prozent seiner Produktion ins Ausland, während 28 Prozent in Katalonien und zehn Prozent im restlichen Spanien verkauft werden. Die Region gilt vielen Kennern als aussichtsreicher Kandidat für eine zukünftige Aufwertung zur DOCa (Denominación de Origen Calificada), der höchsten spanischen Qualitätsstufe.

Geographie und Lage

Montsant erstreckt sich über eine Fläche von etwa 1.900 Hektar Rebfläche im Westen der Provinz Tarragona. Die Region bildet eine charakteristische C-Form, die das kleinere Priorat nahezu vollständig umschließt. Nur wenige Kilometer bei Porrera bleiben offen.

Geografisch liegt Montsant rund 50 Kilometer landeinwärts von Tarragona und etwa 110 Kilometer westlich von Barcelona. Die Weinberge verteilen sich auf 17 Gemeinden, darunter La Bisbal de Falset, Capçanes, Cornudella de Montsant, La Figuera, Marçà, El Masroig und Ulldemolins.

Die Topografie ist ausgesprochen vielfältig. Im Norden und Osten prägen die Gebirgszüge von Montsant und Llena mit Gipfeln über 1.000 Metern das Landschaftsbild. Im Süden öffnet sich die Region zum Ebro-Tal hin. Die Weinberge liegen auf Höhen zwischen 200 und 700 Metern über dem Meeresspiegel. Die besten Lagen befinden sich häufig auf steilen, terrassierten Hängen zwischen Mandel- und Olivenbäumen.

Die Region lässt sich in sechs Subzonen untergliedern, die jeweils eigene Charakteristika aufweisen: Die beiden größten Bereiche Marçà-Capçanes (845 Hektar) und El Masroig-Darmós-El Molar (623 Hektar) liegen im Süden und Südwesten. Hier ist das Terrain relativ flach und niedrig gelegen. Die kleineren nördlichen Zonen um Cornudella, La Figuera, Falset und Pradell de la Teixeta sind höher gelegen, kühler und stärker vom Gebirge geprägt.

Cornudella de Montsant
Foto von Gus Tav auf Unsplash - Cornudella de Montsant

Das Klima der Region

Montsant profitiert von einem mediterranen Klima mit kontinentalen Einflüssen. Die Nähe zum Mittelmeer, das nur etwa 25 Kilometer entfernt liegt, sorgt für mildernde Meeresbrisen. Gleichzeitig verleihen die umgebenden Gebirgszüge der Region einen kontinentalen Charakter.

Die Sommer sind heiß und trocken, die Winter kalt. Mit durchschnittlich über 3.000 Sonnenstunden pro Jahr gehört Montsant zu den sonnenverwöhnten Regionen Spaniens. Die Niederschlagsmenge liegt bei etwa 500 bis 650 Millimetern jährlich und konzentriert sich hauptsächlich auf Frühjahr und Herbst.

Besonders prägend ist die ausgeprägte Tag-Nacht-Temperaturdifferenz. Während die Reben tagsüber intensive Sonnenbestrahlung genießen, kühlen die Nächte deutlich ab. Diese Temperaturschwankung fördert die Entwicklung komplexer Aromen in den Trauben und bewahrt gleichzeitig die wichtige Fruchtsäure.

Die verschiedenen Subzonen weisen durchaus unterschiedliche Mikroklimata auf. Die südlichen Bereiche um Marçà und Capçanes sind mit durchschnittlichen Jahrestemperaturen von 16,1 Grad Celsius die wärmsten Gebiete. Die höher gelegenen nördlichen Zonen wie La Figuera und Cornudella sind kühler und profitieren von der Nähe zu den Bergen, die zusätzliche Frische bringen.

Die Böden

Die geologische Vielfalt zählt zu den größten Schätzen Montsants. Während Priorat nahezu ausschließlich von Llicorella-Schieferböden geprägt ist, bietet Montsant ein buntes Mosaik unterschiedlicher Bodentypen. Diese Diversität ermöglicht es den Winzern, verschiedene Rebsorten optimal zu platzieren und vielfältige Weinstile zu kreieren.

Llicorella findet sich auch in Montsant, allerdings in geringerem Umfang als im Priorat. Diese dunklen Schiefer- und Granitböden entstanden vor Millionen Jahren durch metamorphe Prozesse. Sie sind nährstoffarm, sehr durchlässig und zwingen die Reben, tief zu wurzeln. Weine von Llicorella zeigen oft eine charakteristische mineralische Würze und dunkle Fruchtaromen.

Kalkhaltige Böden (lokal als "Panal" bezeichnet) dominieren vor allem in den nördlichen Gebieten um Cornudella und La Figuera. Diese sedimentären Böden verleihen den Weinen Finesse, Eleganz und eine bemerkenswerte Frische.

Tonböden mit hohem Lehmanteil finden sich insbesondere im Süden. Sie speichern mehr Wasser und Nährstoffe, was zu fülliger Fruchtigkeit und samtigen Texturen führt.

Sandige Böden prägen Teile der Subzone Falset. Sie sind leicht zu bearbeiten, erwärmen sich schnell und bringen oft zugängliche, charmante Weine hervor.

Granithaltige Böden kommen ebenfalls vor und tragen zur Mineralität und Struktur der Weine bei.

Viele Winzer experimentieren bewusst mit diesem Bodenreichtum. Das Celler de Capçanes beispielsweise vinifiziert Garnacha von vier verschiedenen Bodentypen separat, um die jeweiligen Terroir-Einflüsse transparent zu machen.

Rebsorten

Garnacha
37%
Cariñena
27%
Syrah
12%
Garnacha Blanca
8%
Cabernet Sauvignon
6%
Merlot
4%
Tempranillo
3%
Macabeo
3%

Die am häufigsten angebauten Rebsorten der Region und ihr Anteil an der gesamten Rebfläche in %.

Etwa 94 Prozent der Produktion entfallen auf Rotweine. Die autochthonen Sorten Garnacha und Cariñena (Carignan) sind die unbestrittenen Hauptdarsteller und belegen gemeinsam rund 68 Prozent der Rebfläche.

Garnacha (Garnatxa Negra auf Katalanisch) ist der Star der Region und nimmt etwa 22 Prozent der Gesamtfläche ein. In Montsant gedeihen zahlreiche alte Buschreben, die 70 bis über 100 Jahre alt sind. Diese liefern konzentrierte, aber gleichzeitig erstaunlich elegante Weine mit saftiger Frucht, fleischiger Textur und lebendiger Säure. Die Aromen reichen von roten Beeren über Kirsche bis zu mediterranen Kräutern. Je nach Boden zeigt Garnacha unterschiedliche Facetten: auf Kalk fein und blumig, auf Ton fülliger, auf Schiefer mineralisch und würzig.

Cariñena (international als Carignan bekannt, regional auch Samsó genannt) ist die zweithäufigste Sorte. Sie bringt Struktur, Würze und Säure in die Weine. Während Cariñena in Priorat bisweilen etwas kantig wirken kann, zeigt sie sich in Montsant oft zugänglicher und fruchtbetonter. Die Sorte liefert dunkle Fruchtaromen, erdige Noten und ein festes Tanningerüst.

Ull de Llebre (Tempranillo) ergänzt das Sortiment und trägt zur Eleganz und Alterungsfähigkeit bei. Die internationalen Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah wurden in den 1990er Jahren eingeführt und werden für Verschnitte eingesetzt, wobei der Trend seit einigen Jahren wieder deutlich zu den autochthonen Rebsorten geht.

Bei den Weißweinen dominieren Garnacha Blanca (Weißer Grenache) und Macabeo (Viura) und nehmen den Großteil der weißen Rebfläche ein. Daneben werden Chardonnay, Moscatel und Xarel-lo angebaut. Weißweine machen allerdings nur etwa sechs Prozent der Gesamtproduktion aus, können aber bemerkenswert ausdrucksstark sein.

Weinstile

Montsant steht primär für kraftvolle, konzentrierte Rotweine, die jedoch eleganter und zugänglicher sind als viele Priorat-Gewächse. Die Stilistik hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Viele junge, an renommierten Weinbauschulen ausgebildete Winzer setzen auf Terroir-Transparenz, ökologischen Anbau und zurückhaltende Kellertechnik.

Junge Rotweine sind fruchtig, saftig und bereits in der Jugend zugänglich. Sie zeigen reife Beerenaromen, mediterrane Kräuternoten und eine angenehme Würze. Diese Weine sind unkompliziert und trotzdem charaktervoll.

Gereifte Rotweine aus alten Reben (Vinyes Velles) zählen zur Spitzenklasse. Sie verbringen typischerweise 12 bis 18 Monate in Eichenholz, wobei mittlerweile oft große Foudres oder Zemententanks anstelle kleiner Barriques verwendet werden. Das Resultat sind Weine mit samtiger Textur, vielschichtiger Aromatik (dunkle Früchte, Gewürze, Mineralität, Lakritze) und beachtlichem Alterungspotenzial von zehn Jahren und mehr. Der Alkoholgehalt bewegt sich meist zwischen 14 und 15 Prozent.

Weißweine aus Garnacha Blanca und Macabeo sind in der Regel frisch, blumig und mit moderater Säure ausgestattet. Sie zeigen Aromen von Steinobst, weißen Blüten und Zitrusnoten. Einige Produzenten experimentieren mit Spontangärung und Maischestandzeiten, was zu texturreicheren, komplexeren Stilen führt.

Roséweine werden hauptsächlich aus Garnacha vinifiziert und präsentieren sich lebendig, fruchtig und erfrischend.

Eine Besonderheit sind die Vi Rancis, oxidativ ausgebaute, aufgespritete Süßweine nach Solera-Methode. Diese traditionelle Weinkategorie ist heute selten, erlebt aber bei einigen Produzenten ein Revival.

Bedeutende Wein­güter

Espectacle del Montsant gilt als Leuchtturmprojekt der Region. Das 2004 gegründete Weingut von René Barbier, Christopher Cannan und Fernando Zamora bewirtschaftet nur fünf Hektar extrem alter Garnacha-Reben auf über 700 Metern Höhe. Die Produktion ist winzig (etwa 5.000 Flaschen), die Qualität jedoch spektakulär. Kritiker wie Robert Parker vergaben wiederholt Bewertungen über 96 Punkte.

Celler de Capçanes ist eine der innovativsten Genossenschaften Spaniens. Die 1933 gegründete Kooperative vinifiziert Trauben von 65 Winzern und produziert sowohl koscheren Wein als auch eine faszinierende Reihe sortenreiner Garnacha-Weine von verschiedenen Bodentypen. Önologin Anna Rovira hat das Weingut zu nationalem Ansehen geführt.

Celler Masroig ist mit rund 600.000 Flaschen eine der größten Kellereien. Die 1917 gegründete Genossenschaft arbeitet mit 200 Winzern zusammen und fungiert als "Motor des Dorfes" El Masroig. Die Weine bieten hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vinyes Domènech verkörpert den modernen Montsant-Stil. Joan-Ignasi Domènech bewirtschaftet Weinberge in der Serra de Llaberia auf 500 Metern Höhe. Sein "Teixar" gilt als Referenz für Single-Vineyard-Garnacha.

Josep Grau Viticultor steht für handwerkliche Präzision. Das Familienweingut in Capçanes bewirtschaftet 26 Hektar biologisch und produziert naturnahe Weine ohne Korrekturen. Die alten Reben auf unterschiedlichen Böden liefern vielschichtige, authentische Weine.

Venus La Universal wurde von Sara Pérez, einer der bekanntesten Winzerinnen Spaniens, gegründet. Die Weine aus La Figuera überzeugen durch Finesse und kühle Eleganz.

Acústic Celler von Albert Jané repräsentiert die junge Generation. Der in Frankreich ausgebildete Winzer legt Wert auf biologischen Anbau und minimale Intervention im Keller.

Celler Laurona produziert mit "Laurona" einen der Prestige-Weine der Region, der in renommierten internationalen Weinführern hoch bewertet wird.

Auch die historischen Genossenschaften in Falset und Cornudella verdienen Beachtung. Ihre modernistischen Gebäude sind architektonische Meisterwerke des katalanischen Jugendstils.

Speise­paarungen: Ideale Begleiter für die Küche

Die kraftvollen Rotweine Montsants verlangen nach ebenso charakterstarken Gerichten. Sie sind ideale Begleiter zur rustikalen katalanischen Küche.

Geschmortes und Gegrilltes: Die samtigen Tannine und die würzige Frucht harmonieren perfekt mit geschmortem Lammkarree, Rinderribs vom Grill oder Wildgerichten wie Wildschweinragout. Die Röstaromen vom Grill finden ihr Echo in den Holznoten des Weins.

Wurstspezialitäten: Chorizo, Morcilla (Blutwurst) und andere würzige Wurstwaren sind klassische Partner. Auch Jamón Ibérico de Bellota ergänzt sich wunderbar.

Eintöpfe: Herzhafte Eintöpfe wie Cassoulet oder katalanische Escudella passen hervorragend zu mittelschweren Rotweinen.

Käse: Reifer Manchego, alter Schafskäse oder würziger Ziegenkäse funktionieren ausgezeichnet, besonders zu gereiften Weinen.

Reisgerichte: Paella mit Kaninchen und Schnecken oder Arroz Negro (schwarzer Reis mit Tintenfisch) sind typisch katalanische Kombinationen. Die erdigen Noten des Weins ergänzen die Aromen perfekt.

Vegetarische Optionen: Gegrilltes Gemüse, Ratatouille oder gebratene Pilze mit Knoblauch und Petersilie passen ebenfalls gut.

Die frischeren, jüngeren Rotweine vertragen auch leicht gekühlte Serviertemperaturen (14 bis 16 Grad) und passen dann sogar zu Gerichten wie Coca de Recapte, einem katalanischen Fladenbrot mit gegrilltem Gemüse.

Weißweine aus Montsant harmonieren mit Meeresfrüchten, gegrilltem Fisch oder Gerichten mit Alioli. Roséweine sind perfekte Sommerweine zu Salaten, Tapas oder leichten Meeresfrüchtegerichten.

Jamón Ibérico
Foto von Jean-Jacques CHARLES auf Unsplash - Jamón Ibérico

Tourismus in der Weinregion Montsant

Montsant entwickelt sich zunehmend zu einem spannenden Ziel für Weintourismus. Die Nähe zu Barcelona (etwa 90 Autominuten) und die spektakuläre Landschaft machen die Region attraktiv.

Weingutbesuche: Viele Kellereien bieten Führungen und Verkostungen an. Besonders die großen Genossenschaften wie Celler Masroig und Celler de Capçanes empfangen Besucher mit professionellen Programmen. Kleinere Boutique-Weingüter ermöglichen intimere, persönliche Begegnungen mit den Winzern. Eine Voranmeldung ist empfehlenswert.

Landschaft und Natur: Der Naturpark Montsant bietet hervorragende Wandermöglichkeiten. Die terrassierten Weinberge, Olivenhaine und Mandelbaumplantagen schaffen eine malerische Kulisse. Im Frühjahr verwandelt die Mandelblüte die Region in ein weißes Meer.

Historische Orte: Das mittelalterliche Bergdorf Siurana thront spektakulär auf einer Klippe und ist ein Muss für jeden Besucher. Die Kartause Scala Dei im benachbarten Priorat zeugt von der monastischen Weinbautradition. Die modernistischen Genossenschaftsgebäude in Falset und Cornudella sind architektonische Juwelen.

Gastronomie: In der Küstenstadt Tarragona, nur 50 Kilometer entfernt, locken zahlreiche exzellente Restaurants mit frischen Meeresfrüchten und traditioneller katalanischer Küche. Im Inland findet man rustikale Landgasthöfe, die regionale Spezialitäten servieren.

Beste Reisezeit: Der Herbst während der Weinlese (September/Oktober) ist besonders reizvoll. Die Weingüter sind voller Leben, das Wetter mild und sonnig, die Landschaft in goldenen Herbsttönen getaucht. Auch das Frühjahr eignet sich mit der Mandelblüte und angenehmen Temperaturen.

Unterkunft: In Falset, dem Hauptort der Region, gibt es mehrere Hotels. Viele Weingüter bieten mittlerweile auch Gästezimmer oder kleine Boutique-Hotels an. Die Region ist ideal für Tagesausflüge von Barcelona aus oder als Station auf einer umfassenderen Katalonien-Reise.

Montsant mag im Schatten Priorats stehen, doch genau das macht seinen Reiz aus: authentisch, erschwinglich und voller Entdeckerpotenzial. Wer heute Montsant bereist, erlebt eine Region im Aufbruch, die ihre besten Kapitel möglicherweise erst noch schreibt.

Weiterführende Informationen

Instituto de Turismo de España: spain.info
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